Zuger Ständerat will ein wissenschaftliches Netzwerk schaffen

Der Zuger Ständerat Matthias Michel (FDP) möchte das in der aktuellen Corona-Krise herausgebildete wissenschaftliche Potenzial nutzen.

Harry Ziegler
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Der Zuger FDP-Ständerat Matthias Michel will die Vor- und Nachteile eines Kompetenzzentrums für Krisenlagen evaluieren lassen.

Der Zuger FDP-Ständerat Matthias Michel will die Vor- und Nachteile eines Kompetenzzentrums für Krisenlagen evaluieren lassen.

Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 20. Dezember 2019)

Die Corona-Krise hat es gezeigt: In der Schweiz gibt es grosses wissenschaftliches Potenzial, das in Krisenzeiten angezapft werden könnte. Der Zuger FDP-Ständerat Matthias Michel möchte genau dies tun. In einem in der vergangenen Session in den Hallen der Bern Expo eingereichten Postulat will Michel, dass der Bundesrat beauftragt wird, «in einem Bericht zu prüfen, wie ein interdisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk oder Kompetenzzentrum für Krisenlagen geschaffen werden kann.»

Der Bericht soll aufzeigen, was die Vor- und Nachteile eines solchen Kompetenzzentrums sein könnten. Ebenso soll auf mögliche Umsetzungsoptionen eingegangen und ein allfälliger gesetzgeberischer Handlungsbedarf aufgezeigt werden. Michel begründet seinen Vorstoss damit, dass die Corona-Pandemie gezeigt habe, dass «wir nicht nur funktionierende Notorganisationen brauchen, sondern gerade auch in ausserordentlichen Lagen auf wissenschaftliche Erkenntnisse und die schnelle Aktivierbarkeit unserer Forschungsressourcen» angewiesen seien.

Das Netzwerk müsse interdisziplinär sein

Der Zuger Ständerat nimmt Bezug auf das vom Bundesrat eingesetzte wissenschaftliche Beratergremium. Laut Michel müsse ein solches Gremium allerdings nicht erst nach Ausbruch einer Krise gebildet werden. Ein derartiges wissenschaftliches Netzwerk müsste präventiv bereitstehen. Man könne heute nicht wissen, was künftige Ursachen und Arten von ausserordentlichen Lagen wären, deshalb müsse ein Netzwerk interdisziplinär zusammengesetzt sein.

Michel schlägt vor, dass der Staat einen Grundauftrag dazu erteilt. Vorstellbar sei auch das Zusammenwirken mit privaten Institutionen (Public Private Partnership, PPP). Es sollen präventive Erkenntnisse für verschiedene ausserordentliche Lagen bereitgestellt werden.