ZUGER STRAFGERICHT: Zweite Runde im Prozess um ISMM-Milliardenpleite

Mit den Parteivorträgen ist am Montag vor dem Zuger Strafgericht der Prozess um die Milliardenpleite des Sportvermarkters ISMM in die zweite Runde gegangen. Es wurden Freiheitsstrafen zwischen drei und viereinhalb Jahren gefordert.

Drucken
Teilen

Die Staatsanwaltschaft konzentrierte sich im Prozess gegen sechs Manager des früheren Marketing-Partners der FIFA auf die Anklagepunkte Betrug, Veruntreuung und betrügerischen Konkurs.

Staatsanwalt Marc von Dach sagte, die bevorzugte Behandlung von einigen Gläubigern der International Sports Media & Marketing (ISMM) sei verjährt. Er blieb aber dabei, dass die Männer ihren früheren Geschäftspartner, den Weltfussballverband FIFA, betrogen haben sollen. Es wurden Freiheitsstrafen zwischen drei und viereinhalb Jahren gefordert. In zwei Fällen sollen sie teilbedingt vollzogen werden. Alle Angeklagten hatten sich zuvor als nicht schuldig bezeichnet.

Die Hauptverhandlung begann mitte März und wird in drei Etappen geführt. Die Urteilseröffnung wird im Sommer erwartet.

Das ISMM-Verfahren wurde im Mai 2001 durch eine Strafanzeige der FIFA ausgelöst wegen Verdachts auf Betrug, Veruntreuung und ungetreue Geschäftsbesorgung. Die ISMM habe der FIFA Gelder vorenthalten, hiess es. Dabei ging es um eine Vorauszahlung - nach den Beschuldigten ein Darlehen - der brasilianischen Fernsehanstalt TV Globo von rund 60 Millionen Dollar, die von ISMM auf ein «schwarzes» Konto einbezahlt und der Kontrolle der FIFA entzogen worden sein soll.

Trotz Desinteresse der FIFA wurde das Verfahren von Amtes wegen ausgeweitet. Dies führte zu Spekulationen, wonach die FIFA es vermeiden wolle, dass zwielichtige Praktiken und Schmiergeldzahlungen bei der Vergabe von TV- und Marketingrechten öffentlich ausgebreitet würden.

ap