Zuger Veloweg erhitzt die Gemüter

Entlang der General-Guisan-Strasse hat die Stadt den Veloweg umgestaltet. Er sei gefährlich und unpraktisch, finden Nutzer.

Laura Sibold
Hören
Drucken
Teilen
Eher für routinierte Velofahrer: der neu gestaltete Veloweg an der General-Guisan-Strasse.

Eher für routinierte Velofahrer: der neu gestaltete Veloweg an der General-Guisan-Strasse.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 9. Dezember 2019)

Wer die General-Guisan-Strasse in Zug entlangfährt, wähnt sich auf einem Highway. Zwischen Parktower und Kreisel Aabachstrasse ist die Strecke mittlerweile vierspurig, weiter Richtung Bossard-Arena noch immer dreispurig. Entsprechend bestünde auch ausreichend Platz für den Langsamverkehr. Die Stadt hat entlang der General-Guisan-Strasse, vom Kreisel Aabachstrasse bis zum Kreisel Allmendstrasse, kürzlich einen Veloweg abgegrenzt und signalisiert.

Glücklich mit der gebauten Lösung scheint aber niemand richtig zu sein. So meldete sich auch Leser Philipp Meier bei unserer Zeitung: «Für Velofahrer ist dieser neue Weg gefährlich. Sie müssen extrem abbremsen und ausholen, denn der Radstreifen ist sehr schmal, hat hohe Bordsteinkanten und einen extremen Einschlagwinkel», so Meier. Mit seiner Einschätzung ist der Zuger nicht alleine.

Wunsch nach separatem Veloweg wird laut

Auch bei Pro Velo Zug ist die Thematik bekannt. Man habe schon einige negative Rückmeldungen von Velofahrern erhalten und diese auch den Zuständigen bei Stadt und Kanton weitergeleitet, betont Victor Zoller, Co-Präsident von Pro Velo Zug. «Zuerst fehlte eine Markierung. Nun sind die Einfahrtswinkel in den Veloweg beim Kreisel Aabachstrasse sehr spitz und der Weg ist so schmal, dass man zum Beispiel mit einem Veloanhänger kaum durchkommt», sagt Zoller. Darüber hinaus sei der Veloweg leider bereits ab dem Bahnhof Zug entlang der Gubel- und General-Guisan-Strasse nicht praktisch. Immer wieder kämen sich Autos, Velofahrer und Fussgänger auf der Strecke in die Quere.

Die Lösung könnte laut Pro Velo Zug ein abgetrennter Veloweg sein, wie es etwa entlang der Industriestrasse, beim Parkhotel, schon einen gibt. Dort werden Velofahrer auf einen von der Strasse separierten Veloweg geleitet, der mit einem Grünstreifen wiederum vom Fussgängerweg getrennt ist. «Hätte man entlang der gesamten Strecke Zug Bahnhof bis Stadion einen getrennten Veloweg eingerichtet, gäbe es keine Konflikte zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern mehr», betont Co-Präsident Victor Zoller.

Es gibt drei Velospuren zum Arenaplatz

Beim Baudepartement nimmt Stadträtin Eliane Birchmeier auf Anfrage schriftlich Stellung: Es sei bereits erkannt worden, dass die Bodenmarkierung mit einem Velozeichen zu Unsicherheiten führt und sie werde wieder entfernt. Die Velofahrerinnen und Velofahrer könnten nach dem Kreisel Aabachstrasse zudem auf drei Wegen weiterfahren Richtung Arenaplatz. «Parallel zur Fussgängerquerung verläuft eine Velofurt, über die bequem auf den Vorplatz zum KBZ eingefahren werden kann. Nach der Rabatte besteht eine zweite Möglichkeit zur Zufahrt auf den Vorplatz. Alternativ kann man auf der General-Guisan-Strasse geradeaus weiterfahren», so Birchmeier. Auf die Frage, wie der Planungs- und Bewilligungsprozess für einen Veloweg abläuft, gab das Baudepartement keine Antwort. Auch zur Aussage, dass der neue Veloweg an der General-Guisan-Strasse mit den hohen Bordsteinkanten und einem steilen Einschlagwinkel ein höheres Unfallrisiko mit sich bringe, wollte sich bei der Stadt niemand äussern.

Pro Velo Zug und Philipp Meier haben sich mit ihrem Anliegen ebenfalls mehrmals an die Stadt gewandt. In einer Rückmeldung eines Verwaltungsangestellten heisst es: «Wir haben die Auffahrten getestet. Diese sind zwar eher schmal, aber durchaus mit einer normalen Radfahrergeschwindigkeit und ohne auszuholen, sicher und problemlos zu befahren.»

Bei Pro Velo Zug ist man damit nur begrenzt zufrieden. Zwar würden Radrouten von Kanton und Stadt vervollständigt, wo es geht. «Leider werden dabei aber gewisse Lücken nicht geschlossen und Details wie Strassenbeläge, Kanten, Markierungen und Spurführungen noch nicht überall velogerecht ausgeführt», bedauert Co-Präsident Victor Zoller. Pro Velo würde daher gerne mit einer städtischen Velofachstelle oder einem Velobeauftragten zusammenarbeiten. Eine solche Stelle fehlt bis jetzt allerdings.