Zuger Vereine
Freikirche hat Tausende Hilfsgüter gesammelt

Die Evangelische Freikirche Zug engagiert sich für Flüchtlinge.

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Unter dem Motto «Care & Share Coffee» führte die Evangelische Freikirche Zug in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Hilfswerk Global Aid Network (Gain) im April die erste von drei Hilfsgütersammlungen dieses Jahres durch. Initiantin Daniela Seitz aus Steinhausen freut sich: «Wer Gebrauchsgegenstände oder sonstige Hilfsgüter mitbrachte, profitierte gleich zweimal: sowohl durch die befreiende Entlastung des überflüssigen Sammelguts als auch durch die freundliche Begegnung bei einem guten Kaffee.» Denn in Zeiten, in denen Einsamkeit, Langeweile oder auch Frustration gegenwärtig sind, vermitteln die konkrete Nothilfe und kurze Momente der Begegnung eine spürbare Sinnhaftigkeit.

Von links: Gabriela Hirt, Käthi von Känel, Daniela Seitz und Tabea Nyffenegger.

Von links: Gabriela Hirt, Käthi von Känel, Daniela Seitz und Tabea Nyffenegger.

Bild: PD

Dank der aktiven Teilnahme der Bevölkerung sowie der Mithilfe verschiedener Sponsoren, unter anderem jener der Zuger Altersheime, konnten 1400 Zahnbürsten, 400 Zahnpasten, 100 Seifen, 470 Rollen Toilettenpapier, je vier Rollstühle und Rollatoren sowie acht Schlafsäcke und weiteres zusammengetragen werden. Es konnten auch acht Schultheken und verschiedene Schulmaterialien für das Projekt Schulbildung entgegengenommen werden. Ende April wird ein voll bepackter Lastwagen das Material ins Flüchtlingslager von Lesbos transportieren.

Die Frühlingszeit bedeutet für viele Haushalte: Schränke sichten, Keller und Garagen aufräumen. Dabei kommen oft viele gut erhaltene Sachen zum Vorschein, die nicht mehr gebraucht werden. Spätestens jetzt stellen sich Fragen wie: Wohin damit? Wie entsorge ich diese Sachen sinnvoll? Gleichzeitig sehen wir in den Medien eine zunehmende Anzahl Menschen, die von der aktuellen Krise hart getroffen werden. In fernen Ländern und in Flüchtlingslagern fehlt es an so vielem. Doch auch in unserer Umgebung gibt es Menschen, die Not leiden und etwas von unserem ausgesteuerten Überfluss dankbar annehmen würden. Diese Ungleichverteilung beschäftigte die Initiantin der Hilfsgütersammlung, Daniela Seitz, sehr und sie versuchte herauszufinden, wie sie hier einen sinnvollen Beitrag leisten könnte. In dieser Zeit fiel der Initiantin ein Artikel der Hilfsorganisation Gain in die Hände, die im abgebrannten Flüchtlingscamp Morija auf der griechischen Insel Lesbos praktische Hilfe leistete.

Zusammenarbeit war rasch beschlossen

Das Schweizer Hilfswerk Gain hat sich zur Aufgabe gemacht, Benachteiligten aus aller Welt eine Perspektive im Leben und Hoffnung für ihre Zukunft zu geben. Es ist an Projekten in Krisengebieten weltweit – zum Beispiel in Griechenland oder Lettland – engagiert. Beim Logistik- und Projektmanager Andreas Keller von Gain stösst Seitz auf offene Ohren, da es im Kanton Zug und Umgebung noch keinen Sammelstellenpartner gibt. In kurzer Zeit ist die Zusammenarbeit zwischen Gain und der Evangelischen Freikirche Zug beschlossen worden.