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Zuger Wahlen: «Der Wähler will Inhalte», sagt der Experte

Für den Auftritt in den sozialen Medien hat der Politikberater Mark Balsiger eine Formel entwickelt. «i-hasi» steht für interaktiv, humorvoll, authentisch, stetig und interessant.
Christopher Gilb
Mark Balsiger. (Bild: PD)

Mark Balsiger. (Bild: PD)

Wie sieht der perfekte Social-Media-Auftritt im Wahlkampf aus?

Mark Balsiger: Wichtig ist, wegzukommen, von der «Ich, ich, ich»-Perspektive. Denn wirkungsvoller ist es, aufzugreifen, was das Publikum interessiert. Dabei können die Kandidierenden natürlich auch die eigene Position vermitteln. Die Grosswetterlage sollte aber mitberücksichtigt werden. Wichtige Themen kann man mit den eigenen Überzeugungen verknüpfen, die Amazonasbrände etwa mit der Dringlichkeit, in Sachen Umweltschutz auch in der Schweiz vorwärts zu machen.

Nur Fotos reichen also nicht?

Das sind die Standardbeiträge: Der Kandidat wie er Flyer verteilt, Plakate aufhängt oder mit Prominenten posiert. In einem Mix aus Beiträgen haben solche Fotos Platz, dem Wähler aber genügt das nicht, er will Inhalte.

Wie oft sollte man etwas posten?

Regelmässig, noch wichtiger ist die Qualität. Jeden Tag etwas Halbgares rauszulassen und dabei Grammatikfehler zu machen, kann die Stimmung schnell ins Negative kippen lassen. Hingegen immer mal wieder einen guten Gedanken zu formulieren, braucht zwar Hirnschmalz, zahlt sich aber aus.

Einige Kandidaten sind erst seit ihrer Nomination auf Facebook.

Die Anzahl Facebook-Profile und -Seiten nimmt die letzten Monate vor einem Wahltag immer signifikant zu. Danach werden viele gar nicht mehr betreut und rosten ein. Aber nur, wer über Jahre auf Facebook wirkt, Kontakt zu den Leuten hat, kann sein Profil schärfen.

Ist ein Kandidat in einem kleinen Kanton wie Zug überhaupt auf die sozialen Medien angewiesen?

Wenn man sein ganzes Leben in diesem Kanton heimisch ist und viele Leute kennt, kann man darauf verzichten.

Wie wichtig sind Kandidatenseiten?

Eine solche Facebook-Seite lohnt sich, da man nicht auf «Freunde» angewiesen ist, um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, sondern gezielt Werbung für die eigenen Beiträge schalten kann.

Beispielsweise für Videos?

Solche Videoclips kommen je länger je mehr. Die Algorithmen von Facebook lieben diese, entsprechend werden sie öfters gezeigt. Kurze Informationen mit Bewegtbild – so informieren sich gerade die jungen Leute heutzutage.

Auf einigen Seiten hat man die Möglichkeit, per Chat mit den Kandidaten in Kontakt zu treten.

Da wird potenziellen Wählern eine tolle Möglichkeit offeriert. Sie birgt aber auch eine Gefahr, nämlich wenn der Wähler das Gefühl hat, er könnte sich live mit dem Kandidaten unterhalten und dann erst nach 24 Stunden eine Antwort erhält. Deshalb ist ein entsprechender Hinweis wichtig.

Genügt ein Auftritt auf Facebook?

Die wichtigste Ressource ist Zeit. Mit Facebook erreicht man theoretisch 3,8 Millionen Personen in unserem Land. Auf Instagram gibt es schweizweit 2,5 Millionen Profile, ein Drittel sind Fake-Profile. Zudem ist Instagram relativ unpolitisch. Man muss die Tonalität dieses Kanals treffen.

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