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Zuger Wahlen: Kurze Informationen für junge Leute

In den sozialen Medien hat der Wahlkampf Fahrt aufgenommen. Die Kandidaten setzen auch auf den persönlichen Kontakt.
Christopher Gilb
Die Zuger Kandidatinnen und Kandidaten für die eidgenössischen Wahlen im Herbst präsentieren sich auf Facebook mannigfaltig. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 30. August 2019)

Die Zuger Kandidatinnen und Kandidaten für die eidgenössischen Wahlen im Herbst präsentieren sich auf Facebook mannigfaltig. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 30. August 2019)

SVP-Ständeratskandidat Heinz Tännler beim Jassen mit dem Stadtzuger Finanzchef André Wicki (SVP), im Gespräch mit dem ehemaligen Baarer Bauchef Paul Langenegger (CVP), oder bei einem Kaffee mit dem Zuger Gastro­nomen Stefan Meier. Regelmässig postet der Zuger Finanzdirektor Videos in den sozialen Medien. Das Echo auf seine Kandidatur sei sehr gross gewesen und viele Zuger Persönlichkeiten hätten sich bei ihm gemeldet, «um mich in meinem Wahlkampf zu unterstützen», erklärt Tännler. «Auf dieser Basis ist die Idee von Kurzvideos entstanden.» Aus Sicht des Wahlkampfexperten Marc Balsiger sind solche Videos eine gute Idee. «Kurze Informationen mit Bewegtbild – so informieren sich gerade die jungen Leute heutzutage.»

Der Zuger Wahlkampf hat Fahrt aufgenommen, auch in den sozialen Medien. Von vielen Kandidaten und Kandidatinnen findet sich auf irgendeiner Seite ein Profil, meist auf Facebook. Was aber auffällt: Einige haben diese Art der Kommunikation erst dieses Jahr für sich entdeckt: Alt Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard beispielsweise, die für die ALG in den Nationalrat will, hat die Facebook-Seite «Manuela Weichelt Picard – Zugs erste Nationalrätin», aktiv seit 12. Juli 2019. Zudem hat sie ein klassisches Profil, auch auf diesem finden sich aber erst öffentlich zugängliche Beiträge, seit sie im Wahlkampf ist. Als Frau Landammann und als Regierungsrätin habe sie andere Kommunikationskanäle gehabt, erklärt sie auf Nachfrage: «Um auf möglichst vielen Kanälen mit den Wählerinnen und Wählern in Kontakt zu treten und für ihre Anliegen erreichbar zu sein, werden die sozialen Medien immer wichtiger.» Auch bei Ständerat Peter Hegglin (CVP) stammt der erste öffentliche Post vom 19. Mai. Er freut sich darin über die Annahme der Steuervorlage.

Mit dem Kandidaten chatten

Doch werden die Auftritte nur genutzt, um die eigene Botschaft unter die Wähler zu bringen, oder auch für den Dialog? Auf der Kandidatenseite «Cédric Schmid in den Nationalrat» wird der Besucher auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, mit dem Präsident der Stadtzuger FDP und Nationalratskandidat per Chat in Kontakt zu treten. Er antworte in der Regel innerhalb eines Tages, heisst es. Wir machen die Probe aufs Exempel. «Wie schnell antworten Sie?», fragen wir um 17.01 Uhr.

Um 22.37 Uhr kommt die Antwort: «Guten Abend, wie Sie sehen innerhalb ein paar weniger Stunden.» Schon einige Wählerinnen und Wähler hätten von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, sagt Schmid. «Ich war überrascht wie vertiefte und detaillierte Fragen gestellt werden.» Es gebe aber auch viele Meinungsäusserungen, teils auch kritische, etwa zur neuen Umweltpolitik der FDP, hinter der er stehe. Er sei als Politiker noch nicht so bekannt und schätze deshalb die Möglichkeit, so schnell und direkt mit möglichst vielen Leuten zu kommunizieren.

Auf Facebook sucht der Wähler die SP-Hoffnung für den frei werdenden Nationalratssitz, Christina Bürgi Dellsperger, vergeblich. Für das Gesellschaftliche sei Instagram benutzerfreundlich und entspreche ihrer Vorliebe fürs Fotografieren, erklärt sie auf Nachfrage. Sie postet dort beispielsweise Reisefotos aus East Sussex. Auch einige andere Kandidaten sind eher auf Instagram aktiv, aber es gibt auch solche, die in den sozialen Medien gar nicht auftauchen, wie etwa SP-Nationalratskandidat Urs Bertschi. Dellsberger Bürgi wiederum ist auch auf Twitter. Für politische Informationsbeschaffung und Äusserungen sei Twitter ideal. Oft teilt sie darauf Beiträge von Parteikollegen oder sie äussert sich zur Unesco Frauenkonferenz.

Als Parteipräsident geht es nicht ohne soziale Medien

Und wie wichtig sind die sozialen Medien für die Amtierenden, die doch schon ausreichend bekannt sind? «Die CVP setzt generell stark auf soziale Medien in diesem Wahlkampf», schreibt Nationalrat und Parteipräsident Gerhard Pfister. Auf nationaler Ebene und als Parteipräsident komme man zudem kaum mehr umhin, soziale Medien zu benutzen. «Die Vielfalt der Medien nimmt ab, da muss man als Politiker auf soziale Medien ausweichen.»

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