Zuger Wald: Mehr Pflichten, weniger Gewinn

Winterstürme, Pilze, Schädlinge und die Trockenheit setzten auch dem Zuger Wald zu. Der Holzpreis liegt bei einem Rekordtief.

Cornelia Bisch
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Eine kranke Esche ist auf die Feuerstelle Trumpf in Baar gestürzt.

Eine kranke Esche ist auf die Feuerstelle Trumpf in Baar gestürzt.

Bild: PD

Einen Jahrhundertsturm wie Lothar oder Burglind habe es diesen Winter zwar nicht gegeben, jedoch hätten einige heftige kleinere Stürme punktuelle Schäden im Zuger Wald verursacht, erklärt Walter W. Andermatt, Präsident von Wald Zug, dem Verband der Zuger Waldeigentümer. «Andere Kantone wie Luzern oder Zürich hat es dieses Jahr härter getroffen», relativiert er. «Aber weil nun zu viel Holz auf dem Markt ist und der bereits historisch tiefe Holzpreis weitergedrückt wird, leiden auch wir unter den Folgen.» Viele Sägereien seien bereits ausgelastet. Erschwerend komme hinzu, dass die Grenzen geschlossen und damit der Export des Holzes und der Holzprodukte nach Italien, Frankreich und Österreich nicht mehr möglich sei.

Schädlinge treten vermehrt auf

In den vergangenen Jahren sei eine zunehmende Verbreitung des Borkenkäfers in den Zuger Wäldern beobachtet worden, ebenfalls begünstigt durch Stürme sowie die trockene Witterung. «Das war während der letzten beiden Jahre ein grosses Problem», rekapituliert Andermatt. «Wir haben enorme Anstrengungen unternommen, um die Verbreitung des Borkenkäfers einzudämmen.» Dies, indem befallenes Holz sofort gefällt, aus dem Wald abtransportiert und soweit möglich verwertet worden sei. «In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob diese Massnahmen greifen werden.»

Die bereits wieder anhaltende Trockenheit macht dem Verbandspräsidenten Sorgen. «Noch ist die Situation bei uns nicht alarmierend. Aber ein feuchter Sommer täte dem Wald schon sehr gut.»

Ein weiteres grosses Problem stellt die sogenannte Eschenwelke dar. Ein ursprünglich aus Asien eingeführter Pilz befällt die Bäume und greift ihr Wurzelwerk an, ohne dass dies sofort ersichtlich wäre. «Solche Bäume fallen selbst bei geringen Winden manchmal einfach um und stellen für die Waldbesucher eine Gefahr dar», so Andermatt. Entlang der Wege würden die Eschen häufig geprüft und es komme oft zu vorbeugenden Zwangsfällungen. «Aber abseits der Wege ist die Situation teilweise nicht ungefährlich.»

Wegen der Coronapandemie werde der Wald nun häufiger zur Erholung genutzt, auch von Menschen, die dies üblicherweise nicht täten. «Die Leute müssen begreifen, dass sie unbedingt auf den Wegen bleiben sollen, denn fernab von Waldwegen werden die befallenen Eschen nicht zwingend gefällt und können gefährlich sein», betont Andermatt.

Die Arbeit der Förster wird durch die Pandemie nicht sehr eingeschränkt. «Es müssen natürlich die üblichen Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden», so Andermatt. «Die Equipen sind kleiner, man wechselt sich ab mit den Pausenzeiten, aber ansonsten arbeiten wir wie gewohnt weiter.»