Zuger Waldwirtschaft: Forderungen an die Politik

Der Wirtschaftswald wird vermehrt zur Freizeitarena. Eine finanzielle Gleichstellung von Schutz- und Wirtschaftswald wird diskutiert.

Cornelia Bisch
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Grundsätzlich unterscheidet man in der Schweiz zwischen Schutz- und Wirtschaftswald. «Der Schutzwald schützt Sachwerte wie Häuser, Verkehrswege oder Bahnschienen vor Hangrutsch, Schnee und Steinschlag», erklärt Ruedi Bachmann, Geschäftsführer des Verbands Wald Zug. «Für dessen Bewirtschaftung werden die Waldeigentümer entschädigt, da ein klarer Auftrag besteht.» Auch für den Waldnaturschutz wie etwa den Erhalt der Biodiversität gebe es für die Waldeigentümer Entschädigungen.

«Beim Wirtschaftswald hingegen besteht kein Auftrag und infolge dessen auch keine finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand», so Bachmann. Der Wirtschaftswald sei nach freiem Ermessen durch die Eigentümer nutzbar. «Da der Wald jedoch mehr und mehr zur Freizeitarena wird und das Abdecken der Risiken immer aufwendiger wird, der Holzpreis aber immer tiefer sinkt, ist es fraglich, ob wir künftig noch alle von uns erwarteten Leistungen erbringen können.»

Vor einigen Jahren habe der Kanton Zug dieses Dilemma erkannt und den Waldeigentümern eine zusätzliche Unterstützung für den Mehraufwand im Erholungswald von rund 100000 Franken jährlich versprochen. «Dieser vorgesehene Beitrag fiel jedoch der Sparrunde 2014 zum Opfer, ohne dass jemals etwas ausbezahlt wurde.»

Gemäss eines Berichts in der «Zuger und Luzerner Zeitung» (Ausgabe vom 17. Dezember) stellt der Luzerner Waldeigentümerverband sogar die Forderung nach einer Gleichstellung von Schutz- und Wirtschaftswald an die Politik. Waldpflege werde auch im Wirtschaftswald zu einer wichtigen öffentlichen Aufgabe und sei deshalb gleichwertig zu finanzieren, wird argumentiert. Dies geht dem Geschäftsführer des Verbands Wald Zug zu weit. «Das sind wirklich zwei Paar Schuhe. Wir wollen nicht einfach pauschal entschädigt, sondern für erbrachte Leistungen bezahlt werden», betont er. Die Zusammenarbeit mit dem Zuger Amt für Wald und Wild sei sehr gut. «Es stellt sich einfach die Frage, wie sich die Situation in Zukunft verändern wird.» Denn auch der Klimawandel bringe grosse Herausforderungen mit sich. «Es treten neue Schadorganismen im Wald auf, die es zu bekämpfen gilt. Dafür brauchen wir dringend Unterstützung.» (cb)