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Baarer war live in St. Petersburg dabei

Roman Müller sass am Dienstagnachmittag im Stadion, als die Schweiz überraschend gegen Schweden aus dem WM-Turnier ausschied. Von der Stimmung im Gastgeberland Russland zeigt er sich begeistert.
Christopher Gilb
Roman Müller (ganz rechts), seine Frau Jolanda (links von ihm) gemeinsam mit ihren Freunden Claudia Dalla Palma und Urs Vogt im Sankt-Petersburg-Stadion.(Bild: PD)

Roman Müller (ganz rechts), seine Frau Jolanda (links von ihm) gemeinsam mit ihren Freunden Claudia Dalla Palma und Urs Vogt im Sankt-Petersburg-Stadion.(Bild: PD)

Natürlich habe er im Hinterkopf gehabt, dass vielleicht die Schweiz spielen könnte. «Wie Schweizer eben so sind, haben wir beim Ticketkauf aber auch darauf geachtet, einen kulturell interessanten Spielort zu besuchen, um auch davon noch etwas zu haben», erzählt Roman Müller aus Baar am Telefon.

Als sich dann die Schweiz am Mittwoch letzter Woche durch ein Unentschieden gegen Costa Rica als Gruppenzweiter fürs WM-Achtelfinale in St. Petersburg qualifizierte, war die Freude beim Inhaber einer Elektrofirma gross. Das erste WM-Spiel, das sich Roman Müller live angesehen hat, war es trotzdem nicht. Bereits an der WM 2006 sass er bei der Begegnung Schweden-Paraguay im Stadion. Den Gegner der Schweiz kannte er also schon aus einer Endrunde. Auch damals gewann Schweden 1:0. «Da die WM nun zum letzten Mal für die nächsten Jahre in Europa stattfindet, dachte ich, diese Möglichkeit sollten wir nutzen.»

Gutes Essen und zuvorkommende Menschen

Letzten Samstag flog er dann mit seiner Frau und Freunden in die Zarenstadt. «Um kein Visum zu benötigen, haben wir die Fan-ID beantragt, diese mussten wir immer bei uns tragen, damit kamen wir aber einwandfrei durch die Kontrollen», so Müller. Erwartungen ans Gastgeberland Russland und seine Bewohner habe er eigentlich anfänglich nicht gross gehabt, sei nun aber während ihres Aufenthalts positiv überrascht worden. «Die Leute waren sehr zuvorkommend, auch wenn die meisten nur sehr wenig Englisch sprechen, und auch die vielen Restaurants mit guter einfacher Küche haben uns überzeugt.» Auch weil, das, was auf den Bildern in der Speisekarte zu sehen sei, identisch auf den Tisch gekommen sei. «Das ist ja nicht selbstverständlich», sagt Müller. Auch sehr sauber sei die Stadt. «Es waren beispielsweise überall Aschenbecher aufgestellt.» Und gestohlen worden sei ihnen auch nichts. «Auch nicht den anderen Schweizer Fans, die wir getroffen haben.» Dass er die Zeit in der Stadt genossen hat, beweisen seine Fotos. Eines zeigt ihn lachend mit einem Schweiz Trikot und mit einem traditionellen russischen Pelzhut auf dem Kopf.

Die ersten Tage verbrachte die Gruppe aus der Schweiz damit, sich die Stadt anzusehen. «St. Petersburg ist wirklich das Venedig des Nordens, es gibt sehr viel zu sehen an Land und auf dem Wasser. Es ist gut möglich, das wir wieder kommen», so Müller. Leider sei das Wetter nicht sehr gut gewesen. «Am Dienstag beim Spiel hat dann zum ersten Mal richtig die Sonne geschienen.»

«Es ist gut möglich, das wir wieder kommen.»

Strassenfest nach Russland-Sieg

Von der WM sei in der Stadt vor allem etwas zu spüren gewesen, als Russland das Achtelfinale gewann. «In Russland ist es ja verboten, in der Öffentlichkeit offen Alkohol zu trinken, aber nach diesem Sieg wurde ausgelassen auf den Strassen gefeiert auch ohne Alkohol», so Müller. Sowieso denkt er, dass diese WM dem Land guttue. «Die Russen sind ja sonst eher zurückhaltende Leute, ich glaube, es ist eine gute Erfahrung für sie, dass gut gelaunte Fans aus dem Ausland ins Land kommen und einen positiven Eindruck hinterlassen.» Alle ausländischen Fans, die er gesehen habe, hätten sich sehr anständig verhalten. «Diese Erfahrung könnte etwas das allgemeine Eis brechen.»

Dann kam das Spiel. «Wir hatten gute Plätze erwischt und sassen oberhalb des Bereichs, wo die Spieler aufs Feld kommen», erinnert sich Müller. Nebst Schweden und Schweizern seien auch etliche Mexikaner und Deutsche im Stadion gewesen. «Die hatten wohl mit einer anderen Paarung gerechnet.» Die Schweizer Fans selbst seien übers ganze Stadion verteilt gewesen, so dass es keinen richtigen Fan-Sektor gegeben habe. «Es waren aber auch viele Russe und Asiaten da, von denen etliche die Schweiz unterstützt haben. Es war ein grosses Miteinander, Hardcorefans, wie man sie aus den Ligaspielen kennt, waren keine im Stadion», so Müller.

«Die hatten wohl mit einer anderen Paarung gerechnet.»

Nach dem Spiel Dario Cologna getroffen

Während des Spiels selbst hätten sie bis zuletzt auf den Ausgleich gehofft. «Wir dachten, das kommt noch gut.» In den anderen Spielen hätte es ja auch geklappt. «Nur dieses Mal hatten wir auch etwas das Gefühl, dass die nötige Portion Leidenschaft sozusagen der letzte Biss, wie sie ihn im Serbien-Spiel hatten, gefehlt hat.» Emotional sei hingegen der schwedische Trainer gewesen. «Wir hatten ganz gute Sicht auf ihn, er hat mehrfach wütend gestikuliert.» Es reichte dann trotzdem nicht. Die grossen Tränen habe es unter den Schweizer Fans trotzdem nicht gegeben. «Das wurde typisch schweizerisch relativ nüchtern aufgenommen», so Müller. «Nach der Devise uns ist nichts gelungen, das Leben geht weiter.» Auf dem Weg aus dem Stadion raus traf die Gruppe dann noch Langlauf Star Dario Cologna, der sich Zeit für ein Foto nahm. «Das Stadion ist grossartig, nur leider sind die Wege sehr lang. Man wird einmal ums ganze Stadion geschickt», so Müller. Entsprechend lang sei es dann auch gegangen, bis sie sich das erste Bier nach dem Spiel genehmigen konnten. Die Zeit in Petersburg wird die Gruppe aus der Schweiz jedenfalls so schnell nicht vergessen.

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