ZUGERBERG: Die Biker erhalten eine eigene Piste

Im Herbst soll der Zugerberg-Trail eröffnet werden. Die eigens für Biker konzipierte Abfahrtsstrecke nutzt dazu auch einen alten und wenig benutzen Weg.

Charly Keiser
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Die Abfahrt auf einem Biketrail (im Bild jener am Monte Tamaro) macht Spass und schont die Natur. (Bild Stefan Kaiser)

Die Abfahrt auf einem Biketrail (im Bild jener am Monte Tamaro) macht Spass und schont die Natur. (Bild Stefan Kaiser)

Charly Keiser

Lenken und kanalisieren. Das ist ein Kernpunkt des Entwicklungsleitbilds Zuger-, Walchwiler- und Rossberg, das 2011 verabschiedet wurde. Das Ansinnen gilt ganz besonders auch für Biker, die mit der Zugerberg-Bahn in die Höhe und anschliessend an den Flanken des Bergs ins Tal fahren. Zur Umsetzung einer Abfahrtsstrecke vom Zugerberg und hinunter zur Schönegg haben Grundeigentümer, die Zugerberg-Bahn, Behörden und die Freiwilligenorganisation der interessierten Mountainbiker in einem gemeinsamen Prozess Ansprüche abgewogen, Ziele formuliert und ein Planungsverfahren definiert.

Das Resultat liegt in Form der Baubewilligung vor, die seit gestern im Amtsblatt publiziert ist (siehe Box). Die Strecke umfährt zahlreiche Naturschutzgebiete und nutzt wo immer möglich bestehende Wege. So auch im unteren Drittel den «alten Montanaweg», der heutzutage nur noch selten benutzt wird. Die Strecke ist auch aufgrund der Steilheit äusserst attraktiv und wird nach den Richtlinien der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) gebaut. Aus Sicherheitsgründen wird im unteren Teil der Strecke gar die Geissbodenstrasse mit einem Tunnel unterfahren. In einem Betriebskonzept sind die Zuständigkeiten und Aufgaben der Projektbeteiligten festgelegt und sichern so die Grundlage für den künftigen Betrieb.

«Wollen keine wilde Fahrten mehr»

«Es ist unser Ziel mit und dank des Trails den Wald zu schonen und zu entlasten», erklärt Korporationspräsident Urban Keiser und doppelt nach: «Wir wollen mit der Piste erreichen, dass die wilden Fahrten aufhören und die Biker nicht irgendwo und unkontrolliert den Wald hinunterrasen.» Die Beteiligten hätten versprochen, dass die Bahn künftig gebraucht werde und so die Abfahrten kontrolliert und kanalisiert würden. Und Keiser verrät, warum die Korporation als Träger und Bauherrin die Abfahrtsstrecke überhaupt möglich macht und zudem für deren Unterhalt und Betrieb aufkommt: «Wir waren früher für die Waldwege zuständig», erklärt Keiser. Heute seien dafür aber die Einwohnergemeinden verantwortlich. «Da uns die Einwohnergemeinden seit der Änderung des kantonalen Strassengesetzes für den Unterhalt der Wege entschädigen, wollen wir der Allgemeinheit mit dem Biketrail etwas zurückgeben.»

Die IG Mountainbike Zug und deren Projektleiter Christoph Jans hätten einen Superjob gemacht, betont Urban Keiser und schwärmt von der «tollen Zusammenarbeit» mit allen Beteiligten des Projekts. «Wenn es mir jemand zeigt, werde ich selbstverständlich auch einmal probieren, die Abfahrt zu meistern», sagt Keiser und fügt an: «Ich habe das Gefühl, der Zugerberg-Trail wird eine der besten Strecken der Schweiz.» Denn weder die Abfahrten vom Gurten noch vom Üetliberg seien so steil wie die Fahrt vom Zugerberg, und das mache es für die Biker besonders interessant.

«Auf den Biketrail kann man sich wirklich nur freuen, sagt Bauchef André Wicki und fügt an: «Ich werde wohl künftig nach meinen Fahrten auf den Berg oft den Trail zur Talfahrt benützen.»

Zugerberg-Trail

Streckenlänge: 2,1 Kilometer
Höhendifferenz: 340 Meter
Durchschnittsgefälle: 16 Prozent
Schwierigkeit:Für durchschnittliches Können und mit umfahrbaren anspruchsvollen Elementen für Fortgeschrittene. Der Trail ist keine Downhillstrecke, sondern ein Biketrail mit unterschiedlichen Schwierigkeiten, geeignet für die Mehrheit der Biker.
Gestaltung:Den natürlichen Gegebenheiten angepasste überhöhte Kurven, Sprünge sowie Wurzel- und Steinpassagen.
Zugang: Mit der Zugerberg-Bahn oder mit Muskelkraft über die Zubringerstrassen.
Baukosten: 630 000 Franken
Jährliche Unterhaltskosten:37 000 Franken
Baubeginn, Eröffnung:Sommer 2015, Herbst 2015