ZUGERBERG: Die Korporation baut mit deutschem Holz

Die Globalisierung ist auch auf dem Vordergeissboden angekommen. Das sorgt für Kopfschütteln. Doch es gibt Gründe dafür.

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Das neue Forstmagazin auf dem Zugerberg. (Bild Patrik Pauli/Neue ZZ)

Das neue Forstmagazin auf dem Zugerberg. (Bild Patrik Pauli/Neue ZZ)

«Die spinnt, die Korporation Zug. Sie besitzt rund 1000 Hektaren Wald, und lässt sich für den Bau des Forstmagazins beim Vordergeissboden Holz aus Deuschland kommen», ereifert sich ein Zuger. Er hat von den deutschen Lastwagen erfahren, die Holz auf den Zugerberg geführt haben. Eulen nach Athen, Wasser in den Rhein. Der vermeintliche Schildbürgerstreich machte in Zug schnell die Runde.

Die Frage liegt auf der Hand: Warum hat die Korporation nicht eigenes Holz für den Bau verbraucht? «Holz wird heutzutage gehandelt wie Weizen, Erdöl oder Strom», klärt Korporationspräsident Urban Keiser auf. «Wir wollten Weisstannenholz verbauen, da es 20 Prozent billiger als Rottanne ist und da wir es nur schlecht absetzen können.» Er habe persönlich von den drei in der Schweiz noch aktiven Grosssägereien eine Offerte verlangt.

Der deutsche Betrieb kauft im Gegenzug 1000 Kubikmeter Zuger Holz
Nur Schilliger Holz aus Küssnacht habe reagiert – und gar einen höheren Preis verlangt als für Rottanne. Angeblicher Grund: Die Umtriebe seien zu hoch, um wenig gebrauchtes Weisstannenholz zu verarbeiten. Nach weiteren Problemen habe die Offerte Schilligers 30 Prozent über dem Angebot der deutschen Sägerei gelegen – «und für uns war die Sache klar.» Umso mehr, als sich der ausländische Betrieb bereit erklärt habe, im Gegenzug 1000 Kubikmeter Korporationsholz zu kaufen. Und noch etwas sei wichtig zu wissen: Die Sägerei liege nur gerade zwölf Kilometer von der Landesgrenze entfernt und verarbeite auch viel Holz aus der Schweiz.

Sind die hiesigen Sägereien gar nicht so sehr auf einheimische Aufträge angewiesen? Urban Keiser auf jeden Fall hat diesen Eindruck gewonnen. Und er erinnert sich gerne an die Zeit, als dies noch nicht so war: «Für den Bau des ?Hintergeissbodens? vor neun Jahren ist Sägereimeister Leo Speck noch mit uns in den Wald gegangen und hat sich die Douglas-Tannen persönlich ausgesucht.»

Charly Keiser

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.