ZUGERBERG: Vogelbeobachtung: Gespannter Blick in den Himmel

Der Vogelschutz hat dazu eingeladen, die Zugvögel auf ihrer Reise Richtung Süden zu beobachten. Neben dem Naturschauspiel haben Besucher viel Wissenswertes über die Tiere erfahren.

Vanessa Varisco
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Franz Bucher, Max Steiner, Kari Imholz und Dominik Iten (von links) beobachten die Zugvögel auf ihrem Weg. (Bild: Stefan Kaiser (Zugerberg, 1. Oktober 2017))

Franz Bucher, Max Steiner, Kari Imholz und Dominik Iten (von links) beobachten die Zugvögel auf ihrem Weg. (Bild: Stefan Kaiser (Zugerberg, 1. Oktober 2017))

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch

Mitten in der idyllischen Moorlandschaft des Zugerbergs kurz nach Ewegstafel stehen einige begeisterte Vogelbeobachter mit Ferngläsern in der Wiese und schauen gespannt gen Himmel. Auch lauschen sie gebannt, um anhand des Gesangs die Art der Vögel zu identifizieren. Allerlei Vögel beobachten und zählen sie an diesem Sonntag. Bis zum Mittag haben sie trotz nebliger Witterung an die dreissig Arten gesehen. Auf ihrem Weg ziehen die Vögel in grosser Höhe Richtung Süden, weshalb sich der Zugerberg – neben der schönen Landschaft – anbietet, um Zugvögel zu beobachten. Bei schlechter Witterung ist es auch möglich, dass die Vögel auf dem Zugerberg Rast machen. «Besonders spannend ist, dass man jetzt nicht nur einheimische Vögel sieht, sondern auch seltene Vögel, die auf der Durchreise sind», sagt Dominik Iten. Er ist Präsident des Zuger Vogelschutzes, der den Beobachtungstag auf dem Zugerberg organisiert hat. Die Vögel ziehen dabei nicht nur wegen der Kälte in den Süden, sondern vor allem weil ­ihnen in der Schweiz im Winter die Nahrung fehlt.

Immer wieder bleiben neugierige Wanderer stehen und werfen einen Blick auf die Karten, die die Routen der Zugvögel zeigen, oder lassen sich von einem der Experten näher erklären, wie es um die Zugvögel steht. «Das Verständnis für die Natur hat sicherlich zugenommen in ganz Europa in den letzten Jahren. Die Leute, die auf den Zugerberg kommen, sind naturverbunden und interessiert an Zugvögeln und Natur» sagt Dominik Iten. Es sei faszinierend, welche enorme Distanz die Vögel auf ihrer Reise zurücklegen und dass sie im Frühling wieder genau an den gleichen Ort zurückfinden, fügt er an.

Diverse Projekte für den Artenschutz

An insgesamt 56 Standorten in der Schweiz konnten Besucher am vergangenen Wochenende anlässlich der 24. Internationalen Zugvogeltage mehr über die faszinierende Reise erfahren. Der Zuger Vogelschutz hat es sich zum Ziel gemacht, den Vögeln wieder vermehrt Lebensräume oder Nisthilfen zu bieten. Auch für die gefährdeten bodenbrütenden Vögel setzt sich der Verein ein. So werden etwa für die Rauchschwalben Nisthilfen angeboten. Die Feldlerche, welche am Boden brütet, wird mit Projekten in der Landwirtschaft gefördert. Und mit seinem Stand auf dem Zugerberg kann der Zuger Vogelschutz einen Tag lang nicht nur die vielen Besucher sensibilisieren für den Vogelschutz, sondern fundiertes Wissen rund um die Tiere weitergeben.