ZUGERSEE: Die Graugänse fressen das Schilf kahl

Einst sind sie aus Gefangenschaft geflohen, nun bedrohen sie die Uferzonen am Zugersee: Graugänse fressen den Schilfgürtel kahl. Jetzt sollen Abschüsse helfen.

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Am Nordufer des Zugersees halten sich die Graugänse gerne auf. (Bild Amt für Fischerei und Jagd) (Bild: PD)

Am Nordufer des Zugersees halten sich die Graugänse gerne auf. (Bild Amt für Fischerei und Jagd) (Bild: PD)

In den vergangenen 30 Jahren ist der Schilf-Bestand am Zugersee um zwei Drittel geschrumpft. Verschiedene Ursachen wie die Überdüngung des Sees waren dafür verantwortlich.

Doch nun wird die Graugans zum grossen Problem – im Frühling frisst sie die zarten Pflanzentriebe kahl. Das Schilf muss ein zweites Mal austreiben. Dadurch ist es weniger vital und kommt so nicht mehr zum Blühen. Die Folge: Das Schilfwurzelgeflecht ist nicht mehr in der Lage, die instabilen Seekreide-Böden zu armieren. Deshalb kommt es zur Erosion des Seegrundes, und die Flachwasserzonen werden allmählich zu Steilufern. Der Seeboden ist nun zu tief, damit das Schilf Wurzeln schlagen kann. 

Die Graugans vermehrt sich fast explosionsartig – waren es 2005 noch 18 Exemplare, so leben nun rund 90 Tiere am Zugersee. Deshalb wird nun über die Erhöhung der Abschussquote diskutiert. Zwar steht die Graugans auf der Liste der geschützten Tiere: Verursachen Einzeltiere übermässige Schäden, dürfen diese durch die Wildhut abgeschossen werden, «wie viele Tiere, ist nicht explizit geregelt. Als Verwaltungspraxis gilt – nicht mehr als 10 Prozent des Bestandes», erläutert Peter Ulmann, Leiter des kantonalen Amtes für Fischerei und Jagd.

Luc Müller

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema lesen Sie am Samstag in der Neuen Zuger Zeitung.