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ZUGERSEE OST: Es ist fünf vor zwölf beim SBB-Projekt

Beim Bundesgericht ist seit mehr als einem Jahr der Beschwerdefall «Doppelspurverlängerung in Walchwil» pendent. Fällt nicht bald ein Entscheid, könnte das den SBB in einer anderen Angelegenheit massiv schaden.
Marco Morosoli
Doppelspur beim Bahnhof Walchwil. (Archivbild / Patrick Hürlimann (Walchwil))

Doppelspur beim Bahnhof Walchwil. (Archivbild / Patrick Hürlimann (Walchwil))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Bis die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke der Deutschen Bahn durch den Thüringer Wald zwischen Erfurt und Ebensfeld bei Nürnberg eröffnet werden konnte, zogen 25 Jahre ins Land. Das SBB-Projekt Zugersee Ost steht zwar noch nicht so lange wegen eines laufenden Beschwerdeverfahrens vor Bundesgericht still, doch der Ablaufplanung der Staatsbahn droht bald die direkte Beförderung in den Reisswolf. Sie ist darauf ausgelegt, dass die Arbeiten – für sie sind 18 Monate veranschlagt – spätestens im kommenden Sommer beginnen müssen. Nur dann können Reisende auf dem Nord-Süd-Korridor ab dem Fahrplanwechsel Ende 2020, wenn nach dem Gotthard-Basistunnel (2016) auch der Ceneri-Basistunnel in Betrieb geht, vom Zeitgewinn von 50 Minuten durch die beiden neuen Tunnels profitieren. Dies deshalb, weil die SBB die Strecke am Ostufer während der Bauarbeiten komplett sperren werden. Die Züge in Richtung Süden aus Zürich und Zug müssen während dieses Unterbruchs über Rotkreuz umgeleitet werden. Die Fahrzeit in den Süden verlängert sich dadurch wieder um rund 15 Minuten.

Das Zeitfenster, um die geplanten Arbeiten am Ostufer des Zugersees in Angriff zu nehmen, verengt sich deshalb mit jedem Tag ohne Entscheidung des Bundesgerichtes. SBB-Sprecherin Franziska Frey sagt wieso: «Die umfassenden Arbeiten bedürfen einer sorgfältigen Vorbereitungszeit.» Die Vorlaufzeit vor dem Baugewinn beträgt laut Frey «ungefähr ein Jahr». Die Konsequenz umreisst Frey so: «Mitte 2019 ist der letztmögliche Starttermin der Bauarbeiten, damit wir die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) wie geplant Ende 2020 vollständig in Betrieb nehmen können.»

Erstaunlich ist: Vor zwei Jahren haben die SBB die Reissleine für den Baustart erst im April für den Baubeginn im darauffolgenden Sommer gezogen. Diese kurze Phase scheint heute nicht mehr auszureichen.

Bundesgericht lässt sich beim Entscheid Zeit

Beim höchsten Schweizer Gericht ist seit Januar 2017 eine Beschwerde der Interessengemeinschaft Neat Zug hängig. Diese wehrt sich gegen die geplante Verlängerung der SBB-Doppelspur im Nordkopf des Bahnhofs Zug. Mit ihrem Ansinnen ist sie bis jetzt jedoch weder beim Bundesamt für Verkehr noch vor dem Bundesverwaltungsgericht durchgedrungen. Da die SBB die umfassenden Sanierungsarbeiten an der Infrastruktur der vor mehr als 120 Jahren gebauten Strecke mit dem Projekt der Doppelspurverlängerung gekoppelt haben, ruhen auch diese Arbeiten. Die SBB haben die Gesamtkosten für das Projekt Zugersee Ost vor zwei Jahren auf rund 190 Millionen Franken beziffert.

Immerhin profitieren die ­Zuger schon seit 2016 von Vorbereitungsarbeiten für das Projekt Zugersee Ost. Um den Nord-Süd-Verkehr während der Bauarbeiten über den Ennetsee umleiten zu können, ist die Doppelspur­lücke zwischen dem Weiler Freudenberg und Rotkreuz geschlossen worden. Dies hat sich positiv auf die Fahrplanstabilität der Stadtbahn ausgewirkt.

Vom Ennetsee direkt zum Flughafen Zürich fahren

Für den Ennetsee gibt es noch eine weitere gute Nachricht. Die SBB planen ab dem Fahrplanwechsel Ende Jahr die Interregio-Züge Luzern–Zürich, die in Rotkreuz und Baar anhalten, nach Konstanz zu verlängern. Reisende aus dem Ennetsee haben so jede Stunde einen direkten Zug zum Flughafen. Baarer erhalten dadurch einen dritten Direkt­anschluss zum Flughafen. Bereits heute ermöglicht die S24 Baarern zweimal in der Stunde einen ­direkten Zug zum Flughafen.

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