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ZUG/HAINAN: Zwar ohne Titel, aber doch ein Champion

Alejandro Flores Molina ist für die Schweiz an den Surf- und Longboard-Weltmeisterschaften in China gestartet. Mit seinem Ergebnis ist der Zuger zwar nicht ganz zufrieden, trotzdem kehrt er glücklich nach Hause zurück.
Samantha Taylor
Mit diesem Brett ist Alejandro Flores Molina in China gestartet. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 12. Januar 2018))

Mit diesem Brett ist Alejandro Flores Molina in China gestartet. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 12. Januar 2018))

«Ich habe die letzten Nächte kein Auge zugetan.» Das sagte Alejandro Flores Molina noch vor gut zwei Wochen. Der Grund: Der Zuger und gebürtige Mexikaner reiste in jenen Tagen nach China zu den Surf- und Longboard-Weltmeisterschaften, die von 19. bis 25. Januar in Wanning auf der chinesischen Insel Hainan stattfanden – als Vertretung für das Binnenland Schweiz. Stolz war der 40-Jährige, dass er die Schweiz in diesem Wettkampf vertreten durfte, und gleichzeitig auch angespannt. «Ich werde an dieser Meisterschaft sicher ein Aussenseiter sein und mit grosser Konkurrenz zu kämpfen haben. Die meisten der anderen Teilnehmer leben am Meer und haben jeden Tag die Möglichkeit zu trainieren», so Alejandro Flores Molina vor seiner Abreise (Ausgabe vom 14. Januar).

Inzwischen hat er in China nochmals hart trainiert, seine Konkurrenz gesehen, erlebt und sich mit dieser im Wettkampf gemessen. Sein gestecktes Ziel, die zweite Runde im Longboard-Wettkampf zu erreichen, hat der Vater von zwei kleinen Töchtern nicht geschafft. Er sei darum mit seinem Ergebnis auch nicht wirklich zufrieden. «Ich war während und vor meiner Runde sehr nervös und konnte meine Nerven nicht kontrollieren», erzählt er noch immer etwas enttäuscht.

Zu kleine Wellen während des Wettkampfs

Daneben waren auch die Umstände für den gebürtigen Mexikaner nicht ideal. Genau das, was die Surfer an ihrem Sport so lieben – das Zusammenspiel mit der Natur –, hat diesmal nicht so funktioniert, wie sich das Alejandro Flores Molina gewünscht hätte. Die Wellen seien während des Wettkampfs sehr klein und deshalb schlecht gewesen. «Normalerweise sind die Wellen in diesem Gebiet zwei bis drei Meter hoch und schön lang gezogen.» Während seiner Trainings sei das auch so gewesen. Doch im Wettkampf hat ihm das Meer einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nur noch rund einen halben Meter hoch waren die Wellen und damit schwierig zu fahren. Es habe ihn allerdings beeindruckt, zu sehen, wie hoch das Niveau der anderen Surfer gewesen sei und wie manche von ihnen es geschafft hätten, auf ebendiesen «kleinen, schlechten» Wellen derart gute Manöver und Tricks zu fahren.

Wertvolle Tipps von Weltmeistern

Obwohl das sportliche Ergebnis für Alejandro Flores Molina nicht so ausgefallen ist, wie er sich das gewünscht hat, ist der Zuger doch glücklich. Es sei wirklich toll gewesen, dass er die Gelegenheit erhalten habe, die Schweiz an einem solch grossen Turnier zu vertreten und gegen die besten Surfer der Welt zu fahren. Die Stimmung unter den Surfern sei sehr angenehm und entspannt gewesen. «Ausserdem hat es Spass gemacht, zu zeigen, dass die Schweizer auch surfen und surfen können, obwohl wir kein Meer haben.»

Und schliesslich konnte der Zuger auch von seiner Konkurrenz und dem Wettkampf profitieren. So habe er beispielsweise gelernt, mit welchen Tricks man bessere Ergebnisse erzielen könne und was die Juroren in einem Wettbewerb sehen wollen. Zum Beispiel einen sogenannten Hang five oder einen Hang ten – beides klassische Tricks beim Long­boarden, bei denen der Surfer entweder seitlich zum Brett steht und die Zehen seines vorderen Fusses (five) über die Surfboardspitze streckt oder er ganz vorne in Fahrtrichtung steht und die Zehen beider Füsse über die Brettnase streckt. «Ich habe von den Weltmeistern diverse Ratschläge erhalten. Nach all diesen Tipps und dem Training im Wasser habe ich bereits das Gefühl, Fortschritte gemacht zu haben», freut er sich.

Noch knapp eine Woche bleibt Alejandro Flores Molina in China. Diese verbringt er allerdings nicht mit Surfen, sondern in Peking. Dort wird er in der chinesischen Niederlassung des Zuger Rohstoffhändlers Glencore seiner Arbeit nachgehen, bevor er wieder in die Schweiz zu seiner Familie reist, die übrigens sehr stolz auf ihn sei. «Für sie bin ich der Champion», sagt er stolz. Und vielleicht erhält Alejandro Flores Molina diesen Titel ja tatsächlich auch einmal an einem Turnier. Fest steht für ihn zumindest: «Ich würde gerne wieder an einem solch grossen Wettkampf für die Schweiz antreten.»

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

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