ZUG/LUZERN: Per Computer Strafanzeigen einreichen

Ab Dienstag können Opfer von Velodiebstählen in Zug und fünf weiteren Kantonen übers Internet Anzeige erstatten – auch Luzern ist interessiert. Die Versicherungen befürchten einen Anstieg der Betrugsfälle.

Alexander von Däniken
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Nummern-Diebstahl, Velo-Diebstahl oder Sprayereien: Strafanzeigen sollen in Zukunft online eingereicht werden können. (Bild: Neue LZ / Keystone)

Nummern-Diebstahl, Velo-Diebstahl oder Sprayereien: Strafanzeigen sollen in Zukunft online eingereicht werden können. (Bild: Neue LZ / Keystone)

Elektronische Schalter von Behörden gibt es schon länger. Neu öffnet nun aber auch die Polizei einen Online-Schalter. Und zwar am kommenden Dienstag. Allerdings gilt das Angebot vorerst nur in den sechs Kantonen Zug, Zürich, Bern, St. Gallen, Schaffhausen und Freiburg. Die Polizeikorps dieser Kantone bilden den Kern des Pilotprojekts Suisse E-Police, wie der elektronische Polizeischalter genannt wird. Neu wird es den Einwohnern der sechs Kantone möglich sein, übers Internet Anzeige zu erstatten. Und zwar vorerst bei Velo- und Mofadiebstählen, Sachbeschädigungen, Kennzeichendiebstählen – oder um einen Waffenschein zu beantragen.

Entlastung für Polizei fraglich

Die Verantwortlichen sprechen von einem besseren Service für die Bevölkerung und von einer Entlastung für die Polizei. Kurt Graf, Mediensprecher der Luzerner Polizei ist allerdings skeptisch: «Mit der elektronischen Einreichung einer Strafanzeige ist es nicht getan. Ermittlungen und Abklärungen sind Prozesse, die gleichwohl durchgeführt werden müssen.» Trotzdem sei die Luzerner Polizei grundsätzlich interessiert.

Der Dachverband der Privatversicherer befürchtet derweil einen Anstieg der Betrugsfälle, wie es auf Anfrage der «Neuen Luzerner Zeitung» hiess.