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ZUG/OBERWIL: Elektronische Busspur: Das Problem ist nicht gelöst

Nach zweieinhalb Jahren Betrieb erfüllt die Anlage an der Artherstrasse ihren Zweck immer noch nicht. Dieser Meinung ist Kantonsrat Moritz Schmid. Nun gelangt er mit einer Interpellation an die Regierung.
Auf der Artherstrasse in Zug zwischen Mänibach und Fridbach soll eine «elektronische Busspur» entstehen. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Auf der Artherstrasse in Zug zwischen Mänibach und Fridbach soll eine «elektronische Busspur» entstehen. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Es war vor allem eine Massnahme gegen Verspätungen im öffentlichen Verkehr: Die so genannte elektronische Busspur auf der Artherstrasse im Bereich Mänibach sollte es dem Busverkehr mittels Ampelschaltung ermöglichen, am Stau vorbeizufahren, der sich im Bereich des alten Kantonsspitals vor allem zu Stosszeiten bildet.

Ende März 2015 ist die Anlage nach rund elf Monaten Bauzeit in Betrieb genommen worden. Es haperte aber mit der Funktionalität, eine Zunahme an Baustellen in der Stadt und daraus folgend grossräumige Verkehrsumlagerungen führten vor allem auf den Einfallsstrassen zu einem unerwartet höheren Verkehrsaufkommen. Mit entsprechenden Justierungen an der elektronischen Busspur versuchte das Tiefbauamt, diesen Schwankungen entgegenzuwirken. Bereits im Juni 2015 aber richtete Kantonsrat Andreas Lustenberger (Alternative-die Grünen/Baar) eine Kleine Anfrage an den Regierungsrat. Er war der Meinung, dass die elektronische Busspur ihren Zweck nicht erfülle. Dass die Massnahme aber doch nicht vollkommen nutzlos ist, zeigt eine Nachfrage bei der ZVB. Immerhin könne der Fahrplan bis zur Haltestelle Mänibach dank der Anlage stets eingehalten werden, gibt die ZVB Auskunft. Und seit der Inbetriebnahme gebe es zudem weniger Rückstau zwischen Casino und Mänibach. Aus Passagierkreisen sind der ZVB diesbezüglich laut eigenen Angaben bislang keine Beschwerden bekannt.

Stau bis über das Salesianum hinaus

Dennoch scheint die Anlage auch heute, gut zweieinhalb Jahre später, die Probleme bei weitem noch nicht zufriedenstellend zu lösen. Zumindest aus Sicht des Kantonrats Moritz Schmid (SVP, Walchwil). Er selbst stellt fest, dass der Knotenpunkt Mänibach nach wie vor eine Problemzone sei. Ihm hingegen würden in diesem Zusammenhang vermehrt Klagen von Automobilisten und Benutzern des öffentlichen Verkehrs zugetragen. Schmid lokalisiert die Ursache in der Einstellung der Anlage. «Ich frage mich, ob das Lichtsignal an der Abzweigung Richtung altes Spital nicht überflüssig ist», sagt er. «Der Stau reicht oft zurück bis über das Salesianum hinaus.» Das habe zur Folge, dass manche Automobilisten beim Fridbach den verbotenen Schleichweg über die Hofstrasse nehmen würden, da die Zugerbergstrasse meist staufrei sei.

Meldungen solcher Unannehmlichkeiten an die Adresse des Baudepartements sind gemäss Schmid bisher wenig erfolgreich gewesen. Man habe ihn wissen lassen, dass Verbesserungen an der Anlage bereits vor geraumer Zeit vorgenommen worden seien. Da diese in den Augen von Moritz Schmid nicht die gewünschte Wirkung zeigen und die elektronische Busspur die Verkehrssituation stadteinwärts kaum verbessere, geschweige denn löse, gelangt der SVP-Kantonsrat nun mit einer Interpellation an den Regierungsrat. Neben den immer länger werdenden Staus und den somit nicht gewährleisteten Anschlüssen der Buslinien an die Zugverbindungen spricht Schmid in der Interpellation auch den Doppelspurausbau der Bahn entlang des Zugersees an. «Wenn dieser endlich Tatsache wird und die Zugpassagiere auf den Bus umsteigen müssen, ist davon auszugehen, dass der Mehrverkehr enorm zunehmen wird. Es ist folglich mit einem noch grösseren Rückstau zu rechnen», so der Wortlaut in Schmids Schreiben. Dann aber seien die Busse zwischen Walchwil und Zug ja erst recht auf flüssiges Vorankommen angewiesen.

Rückbau zu einer Busbucht?

Konkret will Moritz Schmid vom Regierungsrat wissen, was dieser zu unternehmen gedenke, um die Lichtsignalanlage beim Mänibach zum Funktionieren zu bringen. Weiter fragt er, wie den ­Passagieren der öffentlichen Verkehrsmittel im Falle des Doppelspurausbaus die Anschlüsse an die Bahn in Zug garantiert werden könnten. Ausserdem möchte Schmid wissen, wie dem dadurch aufkommenden Mehrverkehr aus der Region Walchwil und dem Kanton Schwyz in Richtung Stadt Zug gegengesteuert werden kann. In einer weiteren Frage spricht Schmid die Bushaltestelle Kolinplatz stadteinwärts an. Diese war einst mit einer Haltebucht erstellt worden. Schmid will wissen, was der Regierungsrat davon hält, besagte Bushaltestelle wieder in eine Busbucht umzuwandeln, was seiner Ansicht nach dem Verkehrsfluss zuträglich wäre.

Die Baudirektion hat Kenntnis von Moritz Schmids Vorstoss und geht davon aus, dass der Kantonsrat die Interpellation zur Beantwortung an den Regierungsrat überweisen wird. Dieser wird innerhalb von sechs Monaten zu den Fragen Stellung nehmen.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

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