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ZUG/ROM: Sie wollen im Vatikan etwas bewegen

Der Papst lädt an die Vorsynode junge Schweizer in den Vatikan ein. Darunter sind auch drei Zentralschweizer mit spannenden Bezügen zur Kirche. Einer davon ist bekennender Atheist.
Sandro Bucher, Medea Sarbach und Jonas Feldmann (v. l.). (Bild: PD)

Sandro Bucher, Medea Sarbach und Jonas Feldmann (v. l.). (Bild: PD)

Man kann schon von einer kleinen Sensation im Vatikan sprechen: Junge Atheisten und Kirchenkritiker werden vom Papst nach Rom eingeladen, um über das Thema «Jugend und Religion» zu sprechen. Die Inputs von insgesamt 300 Jugendlichen sollen dann in die Bischofssynode in Rom einfliessen. Heute Sonntag fahren Medea Sarbach, Sandro Bucher und Jonas Feldmann gemeinsam nach Rom.

So harmonisch das Trio, so unterschiedlich die Ansichten. Sandro Bucher beispielsweise. Er ist 25 Jahre alt, stammt aus Ebikon und arbeitet als Journalist bei einem Wissenschaftsmagazin. Bucher bezeichnet sich als Atheist: «Obwohl ich in der katholischen Innerschweiz aufgewachsen bin, war für mich eine Identifikation mit dem Christentum nach meinen Kindestagen nie mehr spürbar», erklärt er. «Mein fragiler Draht zu Gott zerbrach bereits an der ersten kritischen Auseinandersetzung am Ende meiner Primarschulzeit. Als Folge habe ich den Atheismus als für mich richtige Auseinandersetzung mit der Religion entdeckt.»

Papst Franziskus mutiger als sein Vorgänger

Für ihn bedeute «Atheismus» schlicht, «dass ich nicht an die Existenz eines Gottes glaube. Was hat ein Atheist denn im Vatikan zu suchen? Warum besteht überhaupt eine Auseinandersetzung mit dem Thema? «Da Gläubige etwas besitzen, was mir fehlt und ich glücklicherweise dennoch nicht vermisse, bleiben die Gespräche mit ihnen für mich stets ertragreich», so Bucher. Einzige Voraussetzung sei, dass diese ehrlich mit ihrem Glauben umgehen würden und nicht festgefahren seien.

Da erstaunt es, dass quasi der Gegenpol, Medea Sarbach, nicht ins Missionieren kommt. Denn die 23-Jährige studiert in Fribourg Theologie und hat letztes Jahr ein Pfarreipraktikum in Hünenberg gemacht. «Ich beschäftige mich im Rahmen meines Studiums eingehend mit der Kirche», erklärt Sarbach. Vielleicht ist es gerade diese Offenheit von allen, die das Trio so harmonisch und spannend macht. Denn auch der Dritte im Bunde – Jonas Feldmann – ist durchaus kirchenkritisch. Er ist ebenfalls 25 Jahre alt und stammt aus Zug. Feldmann studiert in Zürich Medizin und ist katholisch, aber «nicht praktizierend» und ist ebenfalls in einigen Punkten kritisch gegenüber dem grossen Thema «Religion und Kirche» eingestellt. Feldmann ist katholisch aufgewachsen und habe von seinen Eltern und seinen Grosseltern viele Grundwerte der christlichen Lehre mit auf den Weg bekommen. «Nächstenliebe und Pazifismus prägen mein Weltbild bis heute. Ich bin aber auch dazu erzogen worden, kritisch zu sein. Aus diesem Grund habe ich auch schon früh damit begonnen, die Dogmen und Strukturen der katholischen Kirche zu hinterfragen.»

Denken die drei denn, ihre Inputs werden in Rom effektiv etwas verändern? Sie freue sich, dass das Zentralschweizer Trio die Jugendsynode im Oktober so konkret mitgestalten könne, so Sarbach. Nur: Wie konkret wird das sein? Die Erwartungen der Jugendlichen sind hoch – Feldmann dazu: «Ich wurde gezielt eingeladen, weil man meine Kritik hören wollte. Deshalb erwarte ich natürlich, dass man mir zuhört.» Sandro Bucher ergänzt: «Es freut mich, dass Franziskus im Vergleich zu seinem Vorgänger mehr Wert darauf zu legen scheint, den Dialog zu suchen.»

Haymo Empl

redaktion@zugerzeitung.ch

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