Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Zugs Gymnasiasten liegen über dem Schnitt

Die Quote der Übertritte aus der Primar- in die Mittelschule liegt dieses Jahr zum vierten Mal in Folge über dem definierten Zielwert der Bildungsdirektion. Eine Analyse soll nun klären, ob Massnahmen nötig sind.
Harry Ziegler
Die Kanti Zug wird rege besucht. (Bild: Stefan Kaiser, 28. Februar 2018 )

Die Kanti Zug wird rege besucht. (Bild: Stefan Kaiser, 28. Februar 2018 )

Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die im Übertrittsverfahren dem Zuger Langzeitgymnasium zugewiesen werden, steigt und steigt. Dieses Jahr wurden 21,5 Prozent aller Schülerinnen und Schüler, die im Übertrittsverfahren standen – es waren insgesamt 1285 –, dem Langzeitgymnasium zugewiesen (2017/18: 276; 2016/17: 206; 2015/16: 234 Schülerinnen und Schüler), wie aus der kantonalen Bildungsdirektion verlautet. Für den Übertritt ins Langzeitgymnasium gilt im Kanton Zug eine Limite von 20 Prozent. Diese wurde nun zum vierten Mal in Folge übertroffen. 1994, als erstmals der prüfungsfreie Übertritt ins Langzeitgymnasium möglich war, betrug die Quote 15,2 Prozent.

Der Zuger Bildungsdirektor, Stephan Schleiss (SVP), und der Gesamtregierungsrat verfolgen den stetig zunehmenden Druck auf das Langzeitgymnasium sorgsam. «Die Zuweisungsquote ins Langzeitgymnasium bleibt auf dem Radar», so Schleiss.

Eine Analyse soll Klärung bringen

Nun, da die Übertrittsquote ins Langzeitgymnasium zum vierten Mal in Folge überschritten wurde, scheinen allfällige Massnahmen angebracht. Wie Stephan Schleiss sagt, werde die Situation analysiert. «Auch wenn bis anhin Schwankungen üblich waren, scheint ein Trend vorzuliegen», erklärt er. Er rechnet damit, dass die Resultate und Schlüsse aus der Analyse bis Frühling 2019 vorliegen.

Weshalb die Zuweisungsquote ins Langzeitgymnasium anhaltend hoch ist, dafür macht der Bildungsdirektor verschiedene Gründe aus. «Einen einzigen Grund dafür sehe ich nicht, eher ein Konglomerat: Da sind zum einen die geografische Nähe der Gymnasien und vor allem die bildungsaffine Bevölkerung. Diese Analyse muss aber noch vertieft werden. Mit ein Grund ist natürlich auch, dass unser Zuweisungsverfahren diese Faktoren nicht mit einer fixen Quote ‹deckelt›, wie dies beispielsweise im Kanton Zürich der Fall ist», erklärt Stephan Schleiss.

Die Zuweisungsquoten im Kanton Zug fallen von Gemeinde zu Gemeinde jeweils unterschiedlich aus. «Dieses Jahr hat Baar mit 18,6 Prozent die tiefste und Zug mit 30,2 Prozent die höchste Quote gehabt – wenn man die Gemeinde Walchwil mit 33,2 Prozent ausklammert, weil sie als kleine Gemeinde statistisch nicht aussagekräftig ist.»

2016 beispielsweise hatte die Gemeinde Hünenberg mit 30,6 Prozent die höchste Übertrittsquote, Neuheim mit 7,7 Prozent die tiefste.

Generell gute Abschlussquoten

Im Kanton Zug werden neben dem Langzeitgymnasium weitere Angebote geführt. So das Kurzzeitgymnasium, die Wirtschaftsmittelschule (WMS) oder die Fachmittelschule (FMS). In allen diesen Bereichen zeigt sich der Bildungsdirektor mit den Abschlussquoten zufrieden. «An den kantonalen Gymnasien, dem Kurzzeit- und dem Langzeitgymnasium sind 240 Schülerinnen und Schüler zur Maturaprüfung angetreten, acht, also rund 3,5 Prozent, haben nicht bestanden», führt Schleiss aus. Ähnliche Quoten weisen die Wirtschaftsmittelschule und die Fachmittelschule auf.

«Auch wenn bis anhin Schwankungen üblich waren, scheint ein Trend vorzuliegen.» Stephan Schleiss, Bildungsdirektor Zug

In der WMS sind 40 Schülerinnen und Schüler zur Prüfung angetreten, einer (2,5 Prozent) hat nicht bestanden. In der FMS sind 57 Schülerinnen und Schüler zur Prüfung angetreten, zwei (3,5 Prozent) haben nicht bestanden. Damit bewegen sich die Schulen im vorgegebenen Zielbereich des Kantons. «Als Zielsetzung wird im Leistungsauftrag des zuständigen Amts für Mittelschulen eine Abschlussquote von mindestens 95 Prozent definiert. Diese kann in der Regel erreicht werden», sagt Stephan Schleiss.

Der Kanton Zug befindet sich, was die Maturaabschlüsse betrifft, leicht über den Vorgaben von Bund und Kantonen. Diese setzen fest, dass 95 Prozent der 25-Jährigen einen Abschluss der Sekundarstufe II haben – also über eine Berufslehre oder die Matura verfügen. Die jungen Schweizer erreichen die Vorgabe gesamthaft zu 94 Prozent. Etwas weniger gut sieht es bei den in den Schweiz geborenen Ausländern aus. Sie erreichen eine Quote von 86 Prozent und die im Ausland geborenen Ausländer eine von 72,5 Prozent, wie der neue Bildungsbericht ausweist. «An den Zuger Mittelschulen gibt es keine Auffälligkeiten bezüglich Herkunft», sagt Schleiss.

Zwei Prozent steigen im Langzeitgymnasium aus

Die Abbrecherquote (Drop-Out-Quote) in den kantonalen Schulen beträgt im Langzeitgymnasium laut Schleiss erfahrungsbasiert 2 Prozent pro Klassenstufe. «Im Kurzzeitgymnasium beträgt dieser Wert 3 Prozent. Die WMS bewegt sich ebenfalls im Bereich von 2 Prozent und bei der FMS liegt die Drop-Out-Quote tiefer», so der Bildungsdirektor.

Ob die Absolventen der Zuger Gymnasien an den weiterführenden Bildungsstätten erfolgreicher sind als andere, lässt sich nicht beantworten. «Wir haben hier zurzeit keine kantonsspezifischen Erkenntnisse.» Klärung diesbezüglich erhofft sich Bildungsdirektor Schleiss von der Analyse zur Übertrittsquote ins Langzeitgymnasium.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.