Kommentar

Zugs Stadtparlament könnte künftig dauernd im Casino debattieren – diesen Vorschlag muss man prüfen

Ein dauerhafter Umzug des Stadtzuger Grossen Gemeinderats ins Casino Zug? Die Idee ist gut, die Argumentation gesucht. Der Vorschlag gehört trotz schwacher Argumente aber ernsthaft geprüft, findet Harry Ziegler, Chefredaktor der Zuger Zeitung.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler.

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Bild: Stefan Kaiser

Fraktionsübergreifend fordern Stadtparlamentarier, zu prüfen, ob ein dauerhafter Umzug des Tagungsorts vom Kantonsratssaal ins Casino machbar wäre. Die Coronapandemie habe gezeigt, dass ich das Casino während der mittlerweile seit dem 12. Mai dort stattfindenden Sitzungen bewährt habe.

Das Casino befindet sich im Besitz der Stadt, während das Stadtparlament im Kantonsratssaal lediglich zu Gast ist. Das Casino böte den 40 Gemeinderäten genügend Platz, während es im für 80 Abgeordnete ausgelegten Kantonsratssaal viel zu eng für eine effiziente Ratsarbeit sei. Auch wenn die Argumentation gesucht ist, prüfenswert ist die Idee allemal.

Nun ist das Argument, dass es im Kantonsratssaal eng ist, nicht von der Hand zu weisen – mit etwas gutem Willen, wäre es aber durchaus möglich, die 40 Stadtzuger Gemeinderäte dort so anzuordnen, dass jedem Mitglied zwar nicht luxusmässig viel Platz, aber doch genügend Raum für die effiziente Ratsarbeit bliebe. Dass sich diese nur bei grosszügigen Platzverhältnissen erledigen lassen soll, das zieht nicht: Parlamentarier müssen in der Lage sein, ihren Auftrag überall und ungeachtet der Verhältnisse effizient wahrzunehmen.

Viel eher ist anzunehmen, dass sich die Stadtparlamentarier durch eine Verlegung des Tagungsorts ins historische Casino mindestens räumlich vom Kantonsrat abgrenzen wollen – was ja grundsätzlich nicht schlecht fürs Selbstverständnis der Zuger Stadtparlamentarier ist.

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