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ZUG/WALCHWIL: Der nächste Marschhalt am Zugersee steht bevor

Das Bundesverwaltungsgericht hat im Beschwerdeverfahren für das SBB-Bauprojekt Zugersee Ost im Sinne der Bauherrin entschieden. Der Baubeginn muss aber wohl nochmals ein Jahr verschoben werden.
Ein Zug der SBB bei Walchwil. (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Ein Zug der SBB bei Walchwil. (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Der Gotthard-Basistunnel ist seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember in Betrieb. Zuger profitieren und können so mit der Bahn schneller in den Süden reisen. Sie sparen mehr als eine halbe Stunde Reisezeit. Und sie dürften dies sicher noch ein Jahr mehr können, denn die geplante Sanierung entlang des Zugersees von Zug nach Arth-Goldau und der gleichzeitige Ausbau der Doppelspur im Nordkopf des Bahnhofs Walchwil werden wohl nochmals um ein Jahr verschoben.

Der SBB-Sprecher Reto Schärli sagt dazu: «Der Baubeginn noch in diesem Jahr ist voraussichtlich nicht mehr möglich.» Letztmöglicher Zeitpunkt wäre dann wohl der 29. Mai. An diesem Tag wird der Fahrplan ab dem kommenden 10. Dezember auf www.fahrplanentwurf.ch online geschaltet.

Der Grund für den erneuten Marschhalt: Wohl hat das Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen die Beschwerde gegen das rund 190 Millionen teure Infrastrukturprojekt in einem umfassenden Urteil am 10. Januar 2017 abgewiesen (Ausgabe vom 14. Januar). Doch die Beschwerdeführer um die Interessengemeinschaft Neat Zug haben gegen dieses Urteil fristgerecht Einsprache erhoben.

Jetzt muss sich noch das Bundesgericht in Lausanne mit dem Fall befassen. In einer Veranstaltung des Komitees Zimmerberg light Mitte März hat einer der Beschwerdeführer gesagt, dass sie sich gute Chancen ausrechnen würden, vor Bundesgericht zu obsiegen. Diese Ausgangslage bringt es mit sich, dass den SBB derzeit die Hände gebunden sind, wie Schärli sagt: «Solange das Verfahren noch läuft, können wir den genauen Zeitpunkt des Baustarts noch nicht festlegen. Gewissheit haben wir erst, wenn Rechtssicherheit besteht.» Will heissen: wenn das Bundesgericht in letzter Instanz in dieser Sache entschieden hat. Wann das sein wird, ist jedoch unklar.

Zur Erinnerung: Das Bundesverwaltungsgericht hat für seinen Entscheid nach einer Zwischenverfügung im Dezember 2015 mehr als ein Jahr gebraucht, um zu einem Urteil zu kommen. Laut Schärli sind am ursprüng­lichen Projekt keine Änderungen vorgenommen worden. Auch die Baukosten hätten sich nicht verändert. Da das Plangenehmigungsverfahren aufgrund der laufenden Gerichtsverfahren noch nicht rechtskräftig ist, bestehe auch nicht Gefahr, dass das Verfahren allenfalls noch einmal begonnen werden müsste.

Klar ist einfach: Ist in dieser Sache dereinst alles klar, können die Bagger auf der SBB-Strecke am Zugersee-Ostufer auffahren. Dann müssen die Zuger während 18 Monaten den Umweg über Rotkreuz nehmen, was die Reisezeit gegenüber heute wieder merklich verlängern wird. Fahrten nach Lugano werden sich dann so oder so ab Ende 2020 nochmals verkürzen. Dies dann, wenn der Ceneri-Basistunnel eröffnet werden wird. Ob die Zuger schon vom ersten Tag an davon profitieren können?

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

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