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ZUG/WIEN: Maja Luthiger steht auf einer der bedeutendsten Wiener Theaterbühnen

Maja Luthiger ist seit früher Kindheit Tänzerin aus Leidenschaft. Jetzt ist die Zugerin in der aktuellen Musicalproduktion auf einer der bedeutendsten Wiener Theaterbühnen zu sehen. Damit geht für sie ein Traum in Erfüllung.
Marc Hausheer
In «Tanz der Vampire» ist die Zuger Tänzerin Maja Luthiger auf der Bühne des «Ronacher» in Wien zu sehen. Dabei wird ihr voller Körpereinsatz abverlangt. (Bild: PD/C_VBW_DeenVanMeer)

In «Tanz der Vampire» ist die Zuger Tänzerin Maja Luthiger auf der Bühne des «Ronacher» in Wien zu sehen. Dabei wird ihr voller Körpereinsatz abverlangt. (Bild: PD/C_VBW_DeenVanMeer)

Marc Hausheer

redaktion@zugerzeitung.ch

Im «Ronacher», das 1872 als Wiener Stadttheater gegründet worden ist und sich heute als Bühne für urbanes Musiktheater präsentiert, wird seit kurzem wieder gesungen, getanzt – und gebissen. Momentan ist auf der bekannten Wiener Bühne das Musical «Tanz der Vampire» zu sehen. Die Geschichte, welche auf dem gleichnamigen Film ­Roman Polanskis aus dem Jahre 1967 basiert, wird nun schon zum dritten Mal nach 1997 und 2009 aufgeführt. Zum ersten Mal dabei ist die junge Zuger Tänzerin Maja Luthiger – als Mitglied des Tanz-Ensembles.

Die Zahlen, die das Musical aufweisen kann, sind beeindruckend: 8,5 Millionen haben das Stück in 14 verschiedenen Ländern bisher besucht – ein grosser Teil davon in Wien. «Das grosse und oftmals auch sehr versierte Publikum ist Druck und Ansporn zugleich», sagt Maja Luthiger. «Letzteres überwiegt jedoch deutlich.» Für sie sei es das erste Engagement bei einer Show dieser Art. «Es war schon immer mein Traum, bei solch einem Musical dabei zu sein. Umso schöner, dass dieser jetzt in Erfüllung gegangen ist.»

Eine körperliche Herausforderung

Die Produktion von «Tanz der Vampire» bedeutete für sie vor allem eins: viele und lange Proben. «Seit Anfang August übten wir für diese Show jeweils sechs Tage in der Woche zwischen sieben und acht Stunden täglich.» Nach den Proben fängt es jedoch erst richtig an, denn das Musical wird siebenmal die Woche aufgeführt. Maja Luthiger ist bei ­jeder Aufführung dabei. «Die Show ist körperlich eine Herausforderung, ich brauche viel Energie dafür. Doch genau deshalb bin ich Musicaldarstellerin geworden: Ich kann an meine Grenzen gehen.»

Vom Musical «Tanz der Vampire» schwärmt die junge Zugerin. «Es ist eine unglaublich tolle Show – auch für uns Darstellerinnen und Darsteller. Die Musik ist toll, die Geschichte super, und wir können in eine andere Welt eintauchen.» Dass das Musical in Wien gezeigt wird und sie aufgrund der vielen Aufführungen auch in Wien lebt, störe sie nicht. «In unserem Beruf muss man offen sein, da die Musicals in vielen Städten und Ländern gespielt werden», sagt sie pragmatisch und stellt klar: «In der Schweiz gibt es nicht so eine grosse Auswahl an Musicalproduktionen. Deshalb arbeiten auch die meisten Darstellerinnen und Darsteller im Ausland.»

In Zug mit Ballett begonnen

Maja Luthiger war tänzerisch jedoch auch in der Schweiz schon erfolgreich. Als eines von dreizehn Mitgliedern der Tanzgruppe Focus aus dem Aargauischen Fricktal erreichte sie 2016 das Final der TV-Show «Die grössten Schweizer Talente». Sie tanze seit ihrem fünften Lebensjahr, schildert sie. Angefangen habe alles wegen ihrer Schwester. «Ich habe mit Ballett angefangen, weil auch meine ältere Schwester Ballett getanzt hat.» Heute beschreibt sie ihren Tanzstil als sehr gefühlvoll und technisch. Maja Luthiger hat sich mit vielen verschiedenen Tanz­stilen auseinandergesetzt. So fand sie mit 16 Jahren zum Jazzdance, liess sich aber auch vom Hip-­Hop und Breakdance inspirieren. «Mein Tanzstil ist ein Gemisch aus diversen Stilen, wobei das klassische Ballett die Basis bildet.»

Ihre Anfänge machte Maja Luthiger in der Ballettschule Zug und der TDC Dance Company ­ in Baar. Nach ihrer Zeit an der Schule des Opernhauses Zürich, wo sie zum besagten Jazzdance fand, liess sie sich in Hamburg in der Sparte Musical ausbilden. «Ich war auch für einige Monate in New York, wo ich mich im Bereich Ballett und Contemporary Jazz weitergebildet habe.»

Maja Luthiger hat sich jedoch nicht nur im Bereich des Tanzes schulen lassen. Neben dem zeitintensiven Training hat sie an der Pädagogischen Hochschule auch den Bachelor als Primarlehrerin absolviert. «Ich wollte abgesichert sein», begründet sie. «Meine Eltern waren sicherlich auch nicht unglücklich über meine Entscheidung, mir ein zweites Standbein aufzubauen», sagt Maja Luthiger und lacht. Nach dem Abschluss des Lehrerstudiums arbeitete sie ein Jahr lang als Klassenlehrerin. «Ich liebe es, mit den Kindern zu arbeiten, aber es hat mich wieder zurück auf die Bühne gezogen.»

Disziplin ist das A und O

Die tänzerische und schulische Ausbildung nebeneinander zu durchlaufen, habe ein grosses organisatorisches Talent gefordert, denn auch während der Schulzeit und des Studiums zur Primarlehrerin habe sie nebenbei fast täglich trainiert, selbst als Tanzlehrerin unterrichtet und sei choreografisch engagiert gewesen. «Zeitmanagement ist gefragt. Ich denke jedoch, wenn man machen kann, was man liebt, und gut organisiert ist, dann funktioniert das.»

Disziplin sei ausschlaggebend für den Erfolg in ihrer Branche. «Man muss wissen, was man will. Ich bin ein sehr zielstrebiger Mensch, das hat mir sicherlich oft geholfen.» Auch ihre Zweitausbildung sei ihrem Werdegang zuträglich gewesen. «Ich kann nun alles auf die Künstlerkarriere setzen. Mein Körper ist mein Kapital, und ich weiss, wie schnell es vorbei sein kann. Aber ich hoffe, es ist noch lange nicht zu Ende, denn ich liebe, was ich mache.»

Hinweis

www.musicalvienna.at

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