ZUG/ZÜRICH: Glasenberg nimmt Stellung zu «Spendeninitiativen»

Glencore-Chef Ivan Glasenberg hat in einem am Donnerstag auf Schweizer Fernsehen SRF ausgestrahlten Interview die Geschäftspolitik von Glencore Xstrata verteidigt. Er nahm damit Stellung gegenüber der Kritik einzelner Zürcher Gemeinden gegen die Steuergelder des Rohstoffkonzerns.

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Glencore-Chef Ivan Glasenberg. (Bild: Keystone/EPA (Archiv))

Glencore-Chef Ivan Glasenberg. (Bild: Keystone/EPA (Archiv))

Glasenberg war durch den Börsengang von Glencore Xstrata im Mai 2011 zum mehrfachen Milliardär geworden. Davon profitierte nicht nur das Steueramt seiner Wohnsitzgemeinde Rüschlikon ZH, dank des kantonalen Finanzausgleichs erhielten auch weitere Zürcher Gemeinden rund 165 Millionen Franken an Mehreinnahmen.

In einigen Gemeinden im Bezirk Affoltern regte sich in der Folge Widerstand gegen diesen «Steuersegen». Kritik wurde insbesondere gegen die Geschäftspraktiken, beispielsweise die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutzgesetzen, von Glencore Xstrata in den betroffenen Entwicklungsländern laut. Es wurde gefordert, dass ein Teil dieser Gelder in die Produzentenländern als Spenden geschickt werde.

«Glencore hat nichts Unrechtes getan»

Gegenüber der SRF-Sendung DOK äusserte sich Glasenberg nun erstmals öffentlich zu diesem Thema.«Die Schweiz ist ein demokratisches Land. Die Bevölkerung kann beschliessen, was sie will. Wie sie wissen, bezahlte ich diesen grossen Steuerbetrag, wie meine Kollegen auch, als Glencore an die Börse ging.» Weiter sagt Glasenberg, er hoffe nicht, dass sie es zurückgeben, weil sie denken, Glencore hätte etwas Unrechtes getan in diesen Ländern. «Glencore hat nichts Unrechtes getan. Die Schweiz sollte stolz sein auf solche internationale Firmen, die in der Schweiz ihren Sitz haben und in der ganzen Welt tätig sind», so der Glencore-Chef weiter.

Ende 2013 hatten an Gemeindeversammlungen betroffene Gemeinden über Initiativen, 10 Prozent dieser Glencore-Gelder an Schweizer Hilfswerke zu spenden, abgestimmt. Ja zu den Spenden-Initiativen sagte die Bevölkerung in Obfelden, Hedingen, Hausen am Albis und Affoltern am Albis. Auch Mettmenstetten will spenden.

Initiative in Zug noch hängig

Das gesamte Glencore-Geld für sich behalten wollen die Gemeinden Kappel, Rüschlikon, Uster und Dübendorf. Noch hängig ist eine Einzelinitiative in der Stadt Zug, wonach als ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in den Rohstoff-Abbauländer 100'000 Franken als symbolischer Betrag an Hilfswerke gehen soll.

sda/nop