ZUG/ZÜRICH: Polizei ermittelt bei zwei Zuger IT-Firmen

Ein hoher Zürcher Beamter steht im Verdacht, er habe sich bestechen lassen. Hausdurchsuchungen bei zwei Zuger IT-Firmen sollen Beweise dafür bringen.

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Verdacht auf Bestechung: Bei Beelk und Red IT in Zug fuhr die Polizei vor. (Symbolbild ZZ)

Verdacht auf Bestechung: Bei Beelk und Red IT in Zug fuhr die Polizei vor. (Symbolbild ZZ)

Die beiden Zuger IT-Dienstleister Beelk Services und Red IT erhielten Mitte September Besuch von der Polizei. Die Beamten durchforsteten Unterlagen und Computer auf der Suche nach Beweisen dafür, dass sich ein hoher Kaderangestellter der Direktion für Justiz und Inneres des Kantons Zürich hat bestechen lassen. Gemäss einer Medienmitteilung des «Beobachter» zogen sie schliesslich mit umfangreichem Material ab, .

Gegen den Kaderangestellten läuft bereits ein Verfahren im Zusammenhang mit der Seco-Bestechungsaffäre. Jetzt wird er zusätzlich verdächtigt, sich von den beiden Zuger Informatikdienstleistern bestochen haben zu lassen. Er hatte über Jahre hinweg an Kundenanlässen im Piemont teilgenommen. Für kantonale Angestellte gilt ein grundsätzliches Geschenkannahmeverbot. Das Auftragsvolumen für die beiden IT-Firmen belief sich im fraglichen Zeitraum auf insgesamt gegen 5 Millionen Franken.

Laut dem Firmenbesitzer Andreas Kleeb liegt weder ein Bestechungsvorwurf gegen seine Unternehmen vor, noch hätten Kundenaufträge im Zusammenhang mit dem untersuchten Sachverhalt bestanden. Man unterstütze die laufenden Arbeiten der Staatsanwaltschaft vollumfänglich. Es seien auch keine Dokumente oder Daten beschlagnahmt worden.

Beelk Services waren schon einmal im Zusammenhang mit Bestechung aufgefallen. Damals ging es um den Informatikeinkäufer der Zürcher Schulthess-Klinik, dem wiederholt eine Ferienwohnung bezahlt worden war. Alle Beteiligten dementierten den Vorwurf, doch musste der Schulthess-Mann den Hut nehmen. Untersucht wurde der Fall nie – Bestechung in der Privatwirtschaft ist ein Antragsdelikt.

pd/zim