ZUG/ZÜRICH: Zürich will keine Spitzkehre in Rotkreuz

Der Zürcher Kantonsrat will Einfluss nehmen auf die Zufahrtsstrecke zur Neat während den Bauarbeiten auf der Strecke Zug-Arth-Goldau. Er hat am Montag ein entsprechendes Postulat von SP, Grünen und GLP mit 108 Stimmen für dringlich erklärt.

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Während dem Doppelspur-Ausbau der Strecke Zug-Arth-Goldau werden die Züge umgeleitet und müssen Rotkreuz eine Spitzkehre samt längerem Aufenthalt einlegen. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Während dem Doppelspur-Ausbau der Strecke Zug-Arth-Goldau werden die Züge umgeleitet und müssen Rotkreuz eine Spitzkehre samt längerem Aufenthalt einlegen. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Unterstützt wurde die Dringlichkeit von SP, Grünen, Grünliberalen, FDP, BDP, CVP und EDU. Der Regierungsrat hat nun vier Wochen Zeit, zum Vorstoss Stellung zu nehmen.

2016 geht der Gotthard-Basistunnel in Betrieb. In den beiden Jahren danach wird die doppelspurige Strecke Zug-Arth-Goldau am Ostufer des Zugersees von der SBB saniert und mit einem zusätzlichen Doppelspurabschnitt ergänzt. Die Strecke entlang des Zugersees ist deshalb bis 2018 nicht befahrbar.

Die Gotthardzüge zwischen Zürich, dem Tessin und Mailand werden während der Bauphase über die Westseite des Zugersees umgeleitet. Die Züge müssen dabei in Rotkreuz eine Spitzkehre samt längerem Aufenthalt einlegen.

Die Reise in den Süden würde so während zwei Jahren um rund 20 Minuten verlängert und der Neat-Fahrtzeitgewinn halbiert. Das sei ein "beispielloser Anachronismus", heisst es im Postulat.

Vermeiden liesse sich dieser Nachteil mit dem Bau eines Verbindungsgleises zwischen den von Zug und von Arth-Goldau her in den Bahnhof Rotkreuz einmündenden Strecken. Davon wolle die SBB jedoch nichts wissen, weil der Schnellzugsverkehr Zürich-Mailand auf der S-Bahn-Strecke Rotkreuz-Immensee-Arth-Goldau keine Priorität geniesse, heisst es im Postulat.

SVP: "Dieser Zug ist abgefahren"

Die Postulanten argumentieren, dass Zürich direkt oder indirekt 5 Milliarden Franken an die Neat bezahle. Da könne die SBB die Zürcherinnen und Zürcher nicht als Passagiere dritter Klasse behandeln und ihnen während zwei Jahren einen solchen Zeitverlust zumuten.

Für die SVP war der Vorstoss hingegen lediglich ein Zeichen dafür, wie schlecht die anderen Parlamentarierinnen und Parlamentarier informiert sind. Die Pläne der SBB lägen seit 2011 auf. Das Postulat sei nun lediglich Aktionismus. «Dieser Zug ist abgefahren», sagte Lorenz Habicher (Zürich).

sda