ZUKUNFT: Zug will Fachkräfte vermehrt selber ausbilden

Der Zuger Regierungsrat hat seine Legislaturziele vorgestellt. Er will Firmen unterstützen und Fachkräfte vermehrt selber ausbilden. Im Fokus steht die Informatik.

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Der Kanton Zug will die Spitzenposition im Standortwettbewerb erhalten. Im Bild: Blick auf die Stadt Zug mit Baar im Hintergrund. (Archivbild Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der Kanton Zug will die Spitzenposition im Standortwettbewerb erhalten. Im Bild: Blick auf die Stadt Zug mit Baar im Hintergrund. (Archivbild Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Über 10 Prozent aller Beschäftigten im Kanton Zug arbeiten im Informatik-Bereich - ein deutlich höherer Prozentsatz als in anderen Kantonen. Weil ein grosser Teil der Informatiker aus dem EU-Raum stammt, sorgt die Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative bei vielen Unternehmen für Verunsicherung.

Um im Standortwettbewerb weiter vorne liegen zu können und die Abwanderung von Unternehmen zu verhindern, will der Kanton Zug die Firmen nun unterstützen, wie der Regierungsrat an einer Medienkonferenz zu den Legislaturzielen 2015-2018 vom Dienstag erklärte. Zug will Fachkräfte künftig vermehrt selber ausbilden, damit sie nicht importiert werden müssen.

Erste Informatik-Lehrgänge ab 2016

Sehr froh ist die Regierung deshalb, dass die Fachhochschule Zentralschweiz (FHZ) ihr neues Departement Informatik im Kanton Zug aufbauen will. Gemäss Entscheid vom Dezember 2013 sollen dort bis zu 1000 Studierende Platz finden.

Noch ist der Standort zwar nicht gefunden und der Kantonsrat muss noch den Richtplan anpassen, doch Zug will vorwärts machen. Die ersten Bildungsgänge sollen laut Volkswirtschaftsvorsteher Matthias Michel (FDP) bereits im Jahr 2016 stattfinden.

Zug werde der Schule eine Anschubfinanzierung gewähren, sagte er weiter. Die Höhe ist noch unklar. Für den Betrieb dürften dem Kanton jährliche Kosten von zwei Millionen Franken entstehen.

Der Fachhochschulrat hat René Hüsler per 1. August 2014 zum Direktor des neuen Departements Informatik gewählt. (Bild: PD)

Der Fachhochschulrat hat René Hüsler per 1. August 2014 zum Direktor des neuen Departements Informatik gewählt. (Bild: PD)

Am Dienstag wurde auch bekannt, wer das neue Departement Informatik im Kanton Zug leiten wird: Es ist René Hüsler, gegenwärtig noch Direktor der Abteilung Technik und Architektur in Horw LU - also jener Schule, die ebenfalls Standort des neuen Departements werden wollte und von Zug geschlagen wurde.

Auch Berufsschule in Englisch

Stärken will der Zuger Regierungsrat aber nicht nur den Informatik-Bereich, sondern auch das duale Bildungssystem, also die Berufslehren. Ab Sommer 2015 soll in Zug eine KV-Lehre in Englisch angeboten werden. Weil der Kanton damit Vorreiter ist, finanziert der Bund das Projekt mit.

Bereits heute gibt es einige internationale Unternehmen, die KV-Lehrlinge ausbilden, beispielsweise Johnson & Johnson. Die Lehrlinge reden aber nur im Büro englisch. Die Berufsschule findet nach wie vor auf Deutsch statt. Die KV-Stiften der neuen Ausbildung sollen auch in der Schule englisch reden.

Der Kanton Zug will damit nicht nur den Lehrlingen gute Voraussetzungen für eine internationale Tätigkeit geben, sondern gleichzeitig erreichen, dass Unternehmen im Kanton Zug vermehrt Schweizer KV-Angestellte beschäftigen.

sda

Hinweis: Die Legislaturziele und die Strategie 2015-2018 auf www.zg.ch