Leserbrief

Zum Image des Kantons Sorge tragen

«Zuger Escortservice erringt einen Etappensieg», Ausgabe vom 9. Januar

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Meines Wissens ist im, für alle Kantone gültigen, Strassenverkehrsgesetz nicht festgehalten, dass für jedes eingelöste Fahrzeug ein Nachabstellplatz ausgewiesen werden muss. Sollte das aber, gemäss Strassenverkehrsamt Zug, trotzdem so sein, stellt sich die Frage, wo denn die Tausenden von Abstellplätzen in Appenzell sind, für die unzähligen Mietwagen mit AI-Schildern. Auch diese Nichtluzerner Firma dürfte ihre zahlreichen Fahrzeuge nicht in Luzern einlösen. Ist das bei uns wohl eine Beamtenscharade eines Schreibtischtäters?

Vor Jahresfrist wollte ich ein Tagesschild in Steinhausen reservieren und fragte gleichzeitig, welche Ziffern es sein werden. Die einsilbige Antwort von hinter dem Schalter lautete: «Machen wir nicht.» Ich argumentierte, dass ich dies für die Buchung des Autoreisezuges benötige. Ein Beamter liess sich erweichen und sagt so locker und aus dem hohlen Bauch: OK, aber es kostet 45 Franken. In welcher Gebührenverordnung ist das wohl geregelt?

Ausländische Firmen wählen für ihr Domizil den Kanton Zug aus folgenden Gründen: Erstens: der Rechtssicherheit wegen. Zweitens: weil hier Behördennähe und Verwaltungsfreundlichkeit geschätzt wird, und erst dann, drittens: der tiefen Steuern wegen. Tragen wir also Sorge zu diesem Image und sorgen dafür, dass nicht subalterne Beamte eigenmächtig handeln und die Bürger und Steuerzahler vergraulen. Die Exekutivpolitiker sind letztendlich gefordert, sicherzustellen, dass dies nicht unerwünschte Ausmasse annimmt.

Rudolf Balsiger, Oberwil