Leserbrief
Zur Identitätskrise in der europäischen Christdemokratie

«Wird Merz Kandidat, gibt es Revolution», Ausgabe vom 12. Februar

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In der deutschen CDU gärt es. Hin- und hergerissen zwischen ihrer konservativen Grundausrichtung und diesem von Kanzlerin Merkel initiierten Kurs der linken Mitte, droht ihr dasselbe Schicksal, wie der SPD, welche im Begriff ist, ihre Deutungshoheit als Arbeitnehmerpartei an Rechtsaussen zu verlieren. Die einst europaweit dominierenden Christdemokraten befinden sich generell in einer Sinnkrise. So ist die italienische Democrazia Christiana (DC) verschwunden, und die CVP hadert mit ihrem «C» im Namen, sucht nach ihrem Platz in einer politischen Mitte, in der sich auch in der Schweiz mehrere Parteien mit beinahe deckungsgleicher Ausrichtung konkurrieren. Das Abrücken von konservativen Grundpositionen führte zu dieser Identitätskrise, mit der die Christdemokratie konfrontiert ist, öffnete nicht zu Unrecht einen breiten Raum für neue politische Formationen wie eine AfD oder Lega, deren Legitimation sich auch aus der Tatsache ergibt, dass sie sich weder ideologisch befangen noch einseitig an Lobbyinteressen gebunden der Alltagsprobleme einfacher Bürger annehmen.

Otto Rölli jun., Menzingen

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