Zürcher kaufen Unterfeld-Anteile auf Baarer Boden von Zuger Pensionskasse zurück

Die Pensionskasse der Zuger Kantonalbank ist nicht mehr am Projekt Unterfeld beteiligt. Dies, weil die Baufirma Implenia vom Rückkaufsrecht des entsprechenden Anteils Gebrauch gemacht hat. Keine Freude ob des Kaufs hat der Chef der Pensionskasse.

Charly Keiser
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Der Schweizer Bauriese Implenia, mit Sitz im zürcherischen Dietlikon, kauft den 20-prozentigen Miteigentumsanteil der Pensionskasse der Zuger Kantonalbank im Gebiet Unterfeld der Gemeinde Baar zurück. Dies gab die Baufirma, die auch eine starke Stellung im Infrastrukturmarkt in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweden und Norwegen sowie bedeutende Aktivitäten im deutschsprachigen Hoch- und Ingenieurbau hat, in einer Medienmitteilung bekannt.

Die Rückkaufsoption hatten die beiden Parteien miteinander für den Fall vereinbart, wenn der ursprüngliche Bebauungsplan Unterfeld nicht wie vorgesehen umgesetzt werden kann. Dies geschah Anfang 2017, als zwar die Stadtzuger Stimmbürger dem gemeindeübergreifenden Bebauungsplan zustimmten, das Stimmvolk der Gemeinde Baar hingegen mehrheitlich ein Nein in die Urne legte. Damit war der gemeinsame Bebauungsplan vom Tisch. Es muss nun separat geplant werden. So auch auf Zuger Seite, wo die Korporation Zug ihr Projekt eigenständig entwickeln muss.

Geänderte Rahmenbedingungen

Die Behördendelegation Unterfeld Baar/Zug habe in der Folge entschieden, die Planung mit einem kooperativen Planungsprozess von Grund auf neu zu starten, schreibt Implenia weiter. «Die Rahmenbedingungen für zukünftige Bauten haben sich dadurch wesentlich verändert, weshalb sich Implenia entschieden hat, ihr Recht auf Rückkauf auszuüben.» Implenia blicke dem weiteren Projektverlauf positiv entgegen.

Aus Fehlern gelernt

«Glauben Sie nicht, dass Ihnen als ‹rein ausserkantonales› Unternehmen mehr Gegenwind für das geplante Projekt entgegenwehen könnte?» Diese Frage richtet sich an Reto Aregger, Head of Communications Group, bei Implenia: «Nein, wir glauben nicht, dass es deshalb grundsätzlich mehr Widerstand geben könnte.» Die Gemeinde Baar arbeite derzeit an einem Quartiergestaltungsplan. Somit gebe es aktuell auch noch kein konkretes neues Projekt als Basis für eine mögliche Zusammenarbeit. «Seit dem Neustart wurde einiges besser gemacht und aus bisherigen Fehlern gelernt.» So seien bei der Erarbeitung des aktuellen Quartiergestaltungsplans mehr involvierte Interessensgruppen miteinbezogen worden und deren Anliegen in den Plan eingeflossen, erklärt Aregger.

Implenia ist ein führendes Bau- und Baudienstleistungsunternehmen in der Schweiz. Die Firma, die 2006 aus der Fusion der Zschokke und der Batigroup entstanden ist, beschäftigt europaweit rund 10000 Personen und setzte 2017 rund 3,9 Milliarden Franken um.

«Leider hat Implenia ihr Recht wahrgenommen»

Alles andere als glücklich mit dem Rückkauf durch die Implenia ist Pascal Niquille, Chef der Zuger Kantonalbank und deren Pensionskasse: «Das Projekt Unterfeld ist spannend und wir wären gerne dabei gewesen. Aber leider hat Implenia ihr gutes Recht wahrgenommen und uns rausgekauft. Wir bedauern den Vorgang umso mehr, als wir beim Projekt eine wichtige Rolle einnehmen durften und konnten.»