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ZURLAUBENHOF: Eine weitere Zuger «Perle» soll nun bebaut werden

Auf dem Areal sollen Mietwohnungen für den Mittelstand entstehen. Es gehe nicht um Gewinnmaximierung, sagen die Besitzer.
Ein grosszügiger Grüngürtel soll rund um den Zurlaubenhof erhalten bleiben. (Bild Stefan Kaiser)

Ein grosszügiger Grüngürtel soll rund um den Zurlaubenhof erhalten bleiben. (Bild Stefan Kaiser)

Nach dem Salesianum soll nun eine weitere «Perle» in der Stadt Zug überbaut werden: der Zurlaubenhof. Doch anders als beim Salesianum soll diesmal nicht ein Gericht den Bauplänen ein jähes Ende setzen. Deshalb ist die Familie Bossard, die den Zurlaubenhof seit 1844 besitzt, die Planung anders angegangen. Sie hat bei der Zürcher Architektin Virág Kiss eine Testplanung in Auftrag gegeben, die als Grundlage für den Projektwettbewerb dient. Dieses Vorgehen kommt in der Stadt Zug selten vor. «Der sorgfältigen Planung wird höchste Priorität eingeräumt», sagt der städtische Bauvorsteher André Wicki. «Der Hof ist mit der Setzung mitten im Grundstück landschaftlich sehr exponiert. Zudem befindet er sich im Umfeld weiterer wichtiger Bauten, wie zum Beispiel der Kirche St. Michael, der Athene oder des Theilerhauses.»

Die Testplanung ist nun abgeschlossen. Für Architektin Virág Kiss ist klar: «Damit die Perle Zurlaubenhof erhalten bleibt, braucht es einen grosszügigen Grüngürtel. Neubauten müssen in einen sensiblen Bezug zum historischen Bestand gesetzt werden», wird sie in der Medienmitteilung zitiert, die von den Besitzern und der Stadt Zug gemeinsam verschickt worden ist.

Wo gebaut wird, ist offen

Der Zurlaubenhof sei für die Besitzerfamilie kein Spekulations- oder Renditeobjekt, betont deren Vertreter Martin Bossard. «Seit mehr als 150 Jahren ist der Hof in unserem Besitz und hat für die Familie deshalb eine besondere Bedeutung.» Doch um die Perle zu erhalten, sei man auf Einnahmen angewiesen. Denn die Landwirtschaft als Geldquelle genüge heute nicht mehr. In absehbarer Zeit muss der landwirtschaftliche Betrieb gar aufgegeben werden, weil er nicht mehr kostendeckend ist. Die neue Einnahmequelle sieht die Besitzerfamilie im Immobilienmarkt.

Wie das Areal Zurlaubenhof bebaut werden soll, ist nach der Testplanung noch offen. «Wir haben verschiedene Varianten geprüft. Wo schliesslich gebaut wird, sollen aber die Architekten mit ihren Projektwettbewerben aufzeigen», sagt Bossard. Fest steht dafür, wo nicht gebaut wird: «Der französische Garten darf nicht verändert werden.» Auch unterhalb der Kirche St. Michael, wo heute einige grosse, alte Bäume stehen, werde wohl kaum gebaut.

Wohnung ab 2500 Franken

Die Projektwettbewerbe werden nach den Sommerferien von einer Fachjury beurteilt. In der Jury werden neben der Besitzerfamilie unter anderem Stadtarchitekt Beat Aeberhard, Stadtplaner Harald Klein sowie als Kunsthistoriker und langjähriger Bewohner des Zurlaubenhofs Heinz Greter sitzen. Auf Basis des Gewinnerprojekts wird schliesslich ein Bebauungsplan für das gesamte Areal erstellt. Martin Bossard hält dabei fest: «In absehbarer Zeit wollen wir nur die erste Etappe realisieren.» Er rechnet mit 30 bis 35 Wohnungen für den Mittelstand. Die Besitzer haben für die Wohnungsmiete bereits Zielwerte definiert. Eine 3?-Zimmer-Wohnung soll ungefähr 2500 Franken kosten, eine 4?-Zimmer-Wohnung zirka 3000 Franken. «Es handelt sich also nicht um sozialen Wohnungsbau», so Bossard.

Wann die restlichen Bauetappen auf dem Zurlaubenhof realisiert werden, ist nicht klar. Stadtrat André Wicki und die Besitzerfamilie betonen jedoch, dass auf dem Areal nicht verdichtet wird, obwohl dies mit einem Bebauungsplan möglich wäre. «Die erlaubte Ausnützungsziffer ist mit 0,4 sehr tief – die zweittiefste in der Stadt», so Wicki. «Es ist davon auszugehen, dass eine Ausnützungsziffer von 0,3 erreicht wird», führt der Stadtrat aus. Und auch Martin Bossard versichert: «Wir werden nicht ans Limit gehen.»Christian Glaus

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