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Zusatzschlaufe für das Theilerhaus

Bis an der Zuger Hofstrasse die Sanierungsarbeiten für das historische Theilerhaus beginnen, dürfte es noch mindestens 10 Monate dauern. Das Kantonsparlament besteht auf einem bewährten Verfahren.
Harry Ziegler
Das Theilerhaus an der Zuger Hofstrasse. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. Februar 2018))

Das Theilerhaus an der Zuger Hofstrasse. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. Februar 2018))

Vorgesehen war, dass der Zuger Kantonsrat in erster Lesung beschlösse, den Objektkredit von 11,9 Millionen Franken für die Totalsanierung des Theilerhauses freizugeben.

Dieses einstufige Verfahren ist in Bausachen eher unüblich. Zur Anwendung kommt üblicherweise das zweistufige Verfahren. Bei diesem wird zuerst ein Planungskredit verabschiedet und in einem zweiten Verfahrensschritt dann der Baukredit. «Ich habe mich für dieses einstufige Verfahren entschieden, weil im geschützten Theilerhaus schlicht keine andere als die vorgeschlagene Nutzung möglich ist», erklärte Baudirektor Urs Hürlimann (FDP). Er sagte auch, dass das Parlament beim zweistufigen Verfahren keine Änderungen am Projekt erwarten könne, weil schlicht nichts anderes machbar sei.

Hochbaukommission für einstufiges Verfahren

Die von Kantonsrat Hubert Schuler (SP/Hünenberg) präsidierte Kommission für Hochbau beurteilte den Bedarf der Totalsanierung des Theilerhauses als unbestritten. Das Theilerhaus wurde im Jahr 1896 erbaut, 1989 von Kanton erworben und stand seither mehrheitlich leer. Nachdem eine kulturelle Nutzung scheiterte, soll nun das Verwaltungsgericht in die obersten drei Stockwerke einziehen. Im Parterre ist ein Bistro geplant.

Für Hubert Schuler ist die Nutzung des Theilerhauses als Sitz des Verwaltungsgerichts ideal. «Durch den Bezug des Theilerhauses durch das Gericht wird auch die Unabhängigkeit desselben von der übrigen Verwaltung hervorgehoben.» Aktuell ist das Verwaltungsgericht im Gebäude der ZVB eingemietet – mit jährlichen Mietkosten von 141 000 Franken. In der Beratung durch die Hochbaukommission sei auch über das zweistufige Verfahren diskutiert worden. Allerdings wurde dieses verworfen, weil die Kommission, wie auch Baudirektor Hürlimann, der Meinung war, dass im Theilerhaus nichts anderes als das Vorgeschlagene möglich sei. Mit einem einstufigen Verfahren hätte vorwärts gemacht werden können.

Das sah die Staatswirtschaftskommission (Stawiko) etwas anders. Präsidentin Gabriela Ingold (FDP/Unterägeri) kritisierte die Wahl des einstufigen Verfahrens. Dem Parlament würde damit – auch wenn die Hochbaukommission ausdrücklich erklärte, dass dieses einstufige Verfahren nur ausnahmsweise zur Anwendung gelange – ein Teil der Mitsprache genommen. Aber nicht nur: «Die Stawiko, deren Kernaufgabe die finanzielle Beurteilung der finanziellen Auswirkungen ist, musste feststellen, dass sie ihre Aufgabe mit den vorliegenden Unterlagen und Informationen schlichtweg nicht wahrnehmen kann», so Ingold. Eine seriöse Beurteilung sei nicht möglich. «Deshalb beantragen wir ein zweistufiges Verfahren. Wir möchten vorerst nur einen Planungskredit von 1,5 Millionen Franken freigeben.» Der Antrag der Stawiko siegte mit 44 zu 18 Stimmen.

Sicher, das Theilerhaus hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Nun daraus eine Dringlichkeit – vor allem für die Umsiedlung des Verwaltungsgerichts – abzuleiten, sieht die Stawiko als nicht gegeben an. Dies vor dem Hintergrund, dass der Rückbau des ZVB-Gebäudes erst im Jahr 2024 geplant sei. Da sei genug Zeit, das Geschäft seriös durchzuführen.

Baudirektor Urs Hürlimann erklärte, er nehme den Unmut des Rats über das Vorgehen zur Kenntnis und machte darauf aufmerksam, dass man nun in eine Zusatzschlaufe von etwa 10 Monaten Dauer gehen werde. Ob das notwendig sei, fragte sich Hürlimann vor dem Hintergrund, dass die Baudirektion kaum ein weiteres Ei des Kolumbus finden werde, also auch nach 10 Monaten weiterer Planung nichts anderes als aktuell präsentieren könne.

Bereits jetzt teurer als geplant

Der Kantonsrat allerdings musste von unentdeckten, höheren Kosten Kenntnis nehmen. Das Theilerhaus befindet sich aktuell im Finanzvermögen und wird mit 9,57 Millionen Franken bewertet. Diese Summe müsste ins Verwaltungsvermögen des Kantons überführt werden. So muss zusätzlich zum Objektkredit von 11,9 Millionen neu auch ein solcher von 9,57 Millionen Franken bewilligt werden. Somit belaufen sich die Kosten auf gut 21,5 Millionen Franken.

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