Leserbrief

Zustände beim Schweizer Fernsehen wie im alten Rom

Zu der Situation im Leutschenbach

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Der Generaldirektor Gilles Marchand leidet wohl an Gedächtnisschwund betreffend die Vorwürfe von sexuellen Belästigungen am Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Das Westschweizer Fernsehen leitete er von 2010 bis 2017. Er hat offenbar nichts bemerkt – nur etlichen Mitarbeitenden ist es aufgefallen, sie haben dies auch mitgeteilt, aber leider sind alle Mitteilungen im Sande stecken geblieben. War Herr Marchand in den Jahren von 2010 bis 2017 eventuell immer in den Ferien? Sind nicht E-Mails vorhanden, die etwas anders belegen?

Nun haben wir noch Nathalie Wappler, Direktorin Radio & TV. Diese Frau ist für mich eine absolute Fehlbesetzung, sie befindet sich in der Schweiz und nicht mehr in Deutschland. Es wäre nicht mehr als anständig, wenn Gilles Marchand bis zur Klärung aller Vorwürfe den Leutschenbach verlassen würde. Die Baustelle für die neuen Studios ist ein einziges Desaster, mich erinnert das an den Flughafen BER in Berlin: Sie bekommen die Technischen Probleme einfach nicht in den Griff, das gleiche Problem sind auch die Schnittstellen. Dazu kommen noch viele Abgänge, und ein sehr schlechtes Klima. Fehlt die Fähigkeit, dies zu beenden?

Über 30 Personen in Leutschenbach haben ein Schreiben unterzeichnet betreffend die Missstände. Diese ungelösten Probleme verbraten viel Geld, also unsere Gebührengelder. Es ist nicht relevant, dass diese reduziert worden sind, das war nur ein Zückerchen, um uns mundtot zu machen. Es ist einfach nicht die Aufgabe vom Schweizer Fernsehen, neue unerprobte Systeme anzuschaffen und mit Dutzenden von Technikerinnen und Technikern das Schlamassel in den Griff zu bekommen, für das alles haben sie keinen Auftrag, das gleiche gilt auch für News und die Sportabteilung. Es wird immer herausposaunt, wie im Leutschenbach gespart wird. Wir hätten ja noch eine Finanzkontrolle in Bern, aber ohne Auftrag vom Parlament darf ja nichts unternommen werden. Und was machen unsere Parlamentarierer? Sie pflegen den Lobbyismus.

Hans-Rudolf Iten-Hartmann, Unterägeri