Leserbrief
Zwei Lesermeinungen zu den Agrarinitiativen

Zur nationalen Abstimmung vom 13. Juni

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Ich bin für die Schweizer Bauern und für die einheimische Produktion von unseren Nahrungsmitteln. Mit den beiden zu extremen Agrarinitiativen wird aber die Selbstversorgung der Schweiz weiter geschwächt und unsere Bauern in ihrer Existenz bedroht. Als direkte Folge davon müssen noch mehr Lebensmittel aus dem Ausland importiert werden. Ich sage Ja zu einheimischen Produkten und deshalb Nein zu den beiden Agrarinitiativen.

Thomas Werner, Kantonsrat SVP, Unterägeri


Beide Vorstösse, die Pestizid- als auch die Trinkwasser- initiative, verfolgen auf den ersten Blick betrachtet hehre Ziele. Trotzdem lehne ich beide ab. Anhand eines Beispiels zeige ich auf, weshalb. Letztes Jahr berichtete die SRF-Rundschau über die Wasserqualität im Berner Seeland. Messergebnisse in der Gemeinde Kappelen zeigten, dass dort der Grenzwert in Bezug auf Chlorothalonil um das 22-Fache überschritten wurde. Trotzdem erklärte der Schaffhauser Kantonschemiker Kurt Seiler, dieses Wasser könne «bedenkenlos getrunken werden» und es bestünde keine Gesundheitsgefährdung.

Was zeigt uns dieser Fall: In der Schweiz neigen wir mitunter zu Alarmismus. Getrieben von den unzähligen, teils vom Staat massiv subventionierten NGO werden allenthalben Gefahren heraufbeschworen, die bei genauerer Betrachtung gar nicht existieren. Damit Sie mich nicht falsch verstehen. Zu unserer Umwelt müssen wir Sorge tragen. Im Fall von Kappelen heisst das, die Gemeinde wird vor Ort punktgenau dafür sorgen, dass – trotz keinerlei Gesundheitsgefährdung – die Grenzwerte sinken und somit den Vorgaben entsprechen. Was wir in diesem Land aber nicht brauchen, ist das Bestreben Pestizide flächendeckend und landesweit aus dem Weg zu räumen. Denn ohne gezielten Schutz der Pflanzen vor Schädlingen und Krankheiten könnten wir hierzulande wesentlich weniger Lebensmittel produzieren. Der Import aus dem Ausland würde zwangsläufig steigen, Arbeitsplätze in der Schweiz gingen verloren. Das kann niemand wollen. Und dies angesichts der Tatsache, dass die Trinkwasserqualität in der Schweiz im weltweiten Vergleich zu den besten zählt. Unsere Landwirtschaft macht einen hervorragenden Job in einem schwierigen Umfeld. Mit der Annahme der beiden Initiativen machen wir ihren Job nur noch schwieriger, was nicht sein darf. Daher ein klares Nein zu beiden Initiativen.

Adrian Risi, Kantonsrat SVP, Zug