Leserbrief
Zwei Lesermeinungen zum Thema Verhüllungsverbot

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 7. März

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«Verhüllungsverbot, Ja oder Nein?» Diese Frage müssten Linksliberale mit Ja beantworten. Dies ist nicht meine politische Haltung. Als früherer Gastgeber, der selber arabische Burkaträgerinnen beherbergte, befürworte ich die Initiative für das Verhüllungsverbot ohne Wenn und Aber. Nicht zuletzt deshalb, weil die am 1. Mai oder bei Sportveranstaltungen marodierenden Chaoten, welche rücksichtslos gegen Polizisten und Unbeteiligte Gewalt anwenden, ihr Gesicht nicht mehr ungestraft verstecken können.

Es war zu erwarten, dass eine Initiative, welche solches fordert, von linksliberalen Kreisen bekämpft und schlecht geredet würde. Demokratie eben. Ein Verhüllungsverbot tangiert weder die Menschenrechte noch die Meinungs- und Religionsfreiheit. Dies bestätigte 2014 explizit der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Ein Verhüllungsverbot steht vielmehr für all das, wofür linksliberale, engagierte und feministische Kreise kämpfen sollten. Nämlich gegen die Ausgrenzung und Abwertung von Menschen – in diesem Fall der sogenannten «Ungläubigen».

Dies ist nur einer von vielen Aspekten des Islamismus, die jedem freiheitlich Denkenden zuwider sein müssen. Weite Teile der islamischen Welt haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark radikalisiert. Mittlerweile wird in über zwei Dutzend Ländern nach den Vorschriften der Scharia gelebt und geurteilt. Und vieles, wogegen Linksliberale zu Recht engagiert kämpfen, wird in den Scharia-Staaten zunehmend praktiziert: Geschlechterapartheid, Antisemitismus, Polygamie, Kinderehen, Schwulen- und Christenverfolgung.

Wie die beiden Beispiele von St. Gallen und Tessin gezeigt haben, ist die Einführung eines Verhüllungsverbotes problemlos durchsetzbar. Die angeblich betroffene Hotellerie und Tourismus in der Schweiz hat in den nächsten Jahren leider coronabedingt ganz andere Herausforderungen zu bestehen als die Einführung dieser dringend nötigen Verfassungsänderung. Darum ein Ja zum Verhüllungsverbot.

Philip C. Brunner, Fraktionspräsident SVP, Zug


Der Leserbriefschreiber Andreas Iten ärgert sich über die Verhüllungsinitiative. Sie sei schäbig und kleinkrämerisch. Ich finde es bedenklich, wenn ein ehemaliger Ständerat das Grundrecht der Frauen, sich nicht verhüllen zu müssen, so betitelt. Eventuell ist Herr Iten in seinen alten Zeiten, als die Frauen noch nichts zu sagen hatten, hängen geblieben.

Dass es bei der Verhüllungsinitiative nicht ausschliesslich um die Rechte der Frauen, sondern auch und vor allem um die Sicherheit im Allgemeinen geht, verschweigt er selbstverständlich. Denn linksextreme Demonstranten, Fussballchaoten und andere Randalierer dürfen sich jetzt ungestraft verhüllen. Mit einem Ja sagen Sie Ja zu mehr Sicherheit.

Thomas Werner, Kantonsrat SVP, Unterägeri