Zwei Standbeine in einem Walchwiler Lokal

Nach einem Jahr unter neuer Führung ist Ruhe um das gemeindeeigene Café auf dem Dorfplatz eingekehrt. Die Freundschaft der Pächter hat angeblich nicht unter der vielen gemeinsamen Zeit gelitten.

Raphael Biermayr
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Marco Zimmermann (links) und Stefan Enzler führen das Riviera Café seit einem Jahr. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 23. Januar 2018))

Marco Zimmermann (links) und Stefan Enzler führen das Riviera Café seit einem Jahr. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 23. Januar 2018))

«Es läuft ziemlich gut, im ersten Jahr haben wir eine halbe Million Umsatz gemacht», scherzt Marco Zimmermann. Die Stimmung ist gelöst an diesem frühen Dienstagnachmittag im Riviera Café auf dem Walchwiler Dorfplatz – auch wenn der Umsatz natürlich nicht ganz so hoch ausgefallen ist. Das Lokal wirkt auf einen Aussenstehenden spärlich besucht, dabei sei es für diese Zeit – nach dem Mittagsgeschäft – «gut gefüllt». Seit rund einem Jahr führen Marco Zimmermann und sein Jugendfreund Stefan Enzler das gemeindeeigene Café.

Das Engagement der beiden 27-jährigen, gebürtigen Walchwiler war seitens der Eigentümerin an die Hoffnung geknüpft, dass Ruhe einkehrt. Dies nach einem dreijährigen Auf und Ab mit einem konkursiten Pächter und einer Überbrückung seitens des Altersheims Mütschi. Diese Hoffnung hat sich allem Anschein nach erfüllt. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde verlaufe problemlos, sagt Marco Zimmermann, so sei etwa die Bewilligung für die Zierbäume draussen kein Problem gewesen. Ausserdem haben sie eine Wand mit Folie bezogen, auf der Kinder – oder wer sich gerade von der Muse geküsst fühlt – sich kreativ betätigen können.

Auch tote Stunden werden genutzt

Haben die beiden gelernten Köche, die einen Dreijahresvertrag unterzeichnet haben, in ihrem Premierenjahr etwas unterschätzt? «Die Mitarbeitersuche», sagt Zimmermann nach einigem Überlegen. Der Grund dafür liege in der geringen Arbeitszeit: Einmal in der Woche bestreitet eine Aushilfe den Abenddienst, darüber hinaus ist mindestens einer der beiden Pächter zugegen.

Die hohe Präsenzzeit, die auch tote Stunden beinhaltet, nutzen die beiden für ihr zweites Standbein, das Catering a’propos. Von Anfang an war klar, dass sie jenes weiterführen würden. Sie hätten im vergangenen Jahr zahlreiche Anlässe im Kanton ausführen können. «Ohne die ginge es nicht», sagt Zimmermann auf die finanziellen Verhältnisse angesprochen.

«Ohne die Anlässe durch das Catering ginge es nicht.»  Marco Zimmermann, Pächter 

Trotz der vielen Zeit, die sie zusammen verbringen – auf den Wecker seien sich die Freunde immer noch nicht gegangen, sagen sie übereinstimmend. Falls es dafür noch eines Beweises bedurfte: Zimmermann und Enzler haben sogar einen Teil der Ferien gemeinsam verbracht.

Zeit zum Ausruhen ist die Ausnahme. In Walchwils Gastronomieszene hat sich innert Jahresfrist einiges getan. Die «Aesch» und der «Sternen» sind wiedereröffnet worden; die «Fyrabigbar» hat gegenwärtig geschlossen, soll aber bald wieder betrieben werden.

Von diesen Änderungen sei ihr Café nicht betroffen, behauptet Zimmermann. Von den Ruhetagen des «Engel» würden sie jedoch gelegentlich profitieren. So würden beispielsweise zwei ältere Damen seit dem ungeplanten ersten Abstecher immer wieder gern bei den beiden jungen Wirten auf dem Dorfplatz reinschauen.

Mehrere Anlässe im Café

Trotzdem gilt für sie – wie natürlich auch für die Konkurrenz – im Gespräch zu bleiben. Zimmermann und Enzler haben zu diesem Zweck mehrere Anlässe geplant, den Anfang macht ein Ländlerabend am 15. Februar. Ausserdem sind die beiden im Rahmen der «Freien Bühne» der gemeindlichen Kulturkommission wieder gastronomisch eingebunden.

Im ersten Jahr sei es schwierig gewesen, die Besucherzahlen auf dem Dorfplatz abzuschätzen und entsprechend kulinarisch vorbereitet zu sein – nicht zuletzt wegen des Wetters. «Das soll sich dank der Erfahrungen ändern», sagt Marco Zimmermann. An Herausforderungen fehlt es den beiden also auch im zweiten Jahr nicht.