Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Zug: Zwischennutzung als Denkpause für ein Gebäude

Im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals fand am Donnerstagabend im alten Postgebäude am Postplatz in Zug eine Fachdiskussion statt. Die Gäste diskutierten animiert.
Die ehemalige Hauptpost am Postplatz in Zug wird im Moment ebenfalls zwischengenutzt. (Bild: Werner Schelbert (7. Dezember 2017))

Die ehemalige Hauptpost am Postplatz in Zug wird im Moment ebenfalls zwischengenutzt. (Bild: Werner Schelbert (7. Dezember 2017))

Wir haben spezielle Beziehungen zu den Gebäuden in unserer Umgebung und identifizieren diese mit ihren Nutzungen. Ändert sich diese Nutzung, bleibt die Geschichte daran haften – und es eröffnen sich diverse Zwischennutzungsmöglichkeiten. Die neue Nutzung für diese Gebäude kann verschieden aussehen und hängt mit architektonischen, städtebaulichen und gesellschaftspolitischen Aspekten zusammen.

Am vergangenen Donnerstagabend hat im 1902 erbauten und momentan zwischengenutzten Post- und Telegraphengebäude am Postplatz 1 das Fachpodium «Zwischennutzungen als Chance für Denkmäler» stattgefunden. Im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals haben illustre Fachgäste aus der Region verschiedene Standpunkte des Leitfadens diskutiert.

Gut besuchter Anlass

Offensichtlich ist das Interesse zum Thema in der Bevölkerung da, denn der Anlass ist gut besucht. In einem ersten Annäherungsversuch führt Angelika Juppien, Dozentin und Architektin aus Luzern, ein Impulsreferat durch. Mit einem Schmunzeln stellt sie klar, sie sei zwar keine Zwischennutzspezialistin, habe aber in einem prominenten und erfolgreichen Projekt in Luzern mitgewirkt. 2013 habe sie begonnen, das Neubad in Luzern vom ehemaligen Hallendbad zum Gastrobetrieb umzukrempeln. Mit 17 Festanstellungen und immer wachsender Nutzung hat sich das Projekt zu einem Volltreffer gemausert. Auf Freiwilligenarbeit und grosszügige Spenden sei man allemal angewiesen gewesen. Bis 2025 ist die Nutzung noch bewilligt: «Stand das Hallenbad erst einmal leer, hat es seine ästhetisch schönen Details offenbart. Ich spürte von den Leuten, wie verankert so ein Gebäude in der Stadt ist und wie Geschichte und Erinnerungen damit verbunden werden. Darum ist es schön, dass eine neue Nutzung gefunden werden konnte», erzählt Juppien.

Am Fachpodium stellt Moderator Thomas Baggenstos, Architekt und Präsident Bauforum Zug, die Gäste vor. Nebst Juppien sind Franziska Kaiser (Kantonale Denkmalpflegerin), Erich Staub (Abteilungsleiter Planung und Hochbau), Fabian Schmid (Coach und Fährmann), Timothy Graf (Office LAB AG) und Christoph Flury (Flury + Furrer Architekten) in der Runde eingeladen.

Kaiser argumentiert, dass in erster Linie die Erhaltung des Gebäudes bereits ein Gewinn sei: «Es ist ein schöner Gedanke, dass das Gebäude nicht leer steht, sondern inmitten der Geschichte weiter gewirkt wird. Eine Zwischennutzung sehe ich als Denkpause für ein Gebäude, wo man spüren kann, was es hergibt, ohne den Druck zu verspüren eine Rendite erwirtschaften zu müssen.» So sei es auch ein Glücksfall, dass Gastgeber Timothy Graf momentan mit seiner Blockchainfirma das alte Postgebäude als Co-Working-Fläche zwischennutzt. Flury entgegnet, dass eine Zwischennutzung nicht per se gut sein müsse. In seinen Augen sei an einem so prominenten Ort wie dem Postplatz eine Chance für ein Experiment verpasst worden.

Es entwickelt sich ein spannender und fairer Dialog, wo sich jeder aussprechen kann. In einer Schlussrunde wird Juppien gefragt, welchen goldenen Tipp sie für eine erfolgreiche Zwischennutzung habe. «Die Fälle sind so verschieden, es muss situativ gehandelt werden», antwortet sie. Bei einem Apéro wird der Dialog untereinander in einem lockeren Rahmen weitergeführt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.