Leserbrief
Zynisch und heuchlerisch

Zur Kantonsratsdebatte vom 30. Januar zur Motion der SVP-Fraktion betreffend Nennung der Nationalität in Polizeimeldungen.

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Der Zuger Kantonsrat kümmert sich an seinen Sitzungen auch um wichtige Themen, so am 30. Januar darum, ob die Polizei die Nationalität/Herkunft von Straftätern nennen soll. Dass dies von Rechts begrüsst wird, um dem eigenen Parteiprogramm Nachdruck zu verhelfen, scheint logisch.

Dass Links dann dagegen hält, wundert wenig. Mehr verwundert, dass Links mit der Verheimlichung verhindern will, dass wegen der Nennung der Nationalität der Täterschaft in den sozialen Medien pauschale Vorverurteilungen ganzer Gruppen oder Hass und Hetze im Netz begünstigt würden. Bisher kam allerdings von der gleichen Seite keiner auf die Idee zu verlangen, dass das Geschlecht der Täterschaft zu verbergen sei. Scheinbar ist Hass und Hetze oder Vorverurteilung nach Geschlecht kein Problem. Warum darf man die Nationalität nicht erfahren, aber das Geschlecht der Täterschaft? Sind z.B. Männer Freiwild in den sozialen Medien. Oder sind diejenigen, die grad gegen die Nennung der Nationalität/Herkunft im Kantonsrat gestimmt haben, idealerweise auch gleich für die Abschaffung der Nennung des Geschlechts der Täterschaft und gegen die Nennung des Alters? Wenn schon dann konsequent, ansonsten ist es eher zynisch oder heuchlerisch.

Karl Künzle, Menzingen

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