Zusammenrücken für die Nord-Süd-Achse

Das Ringen um die erste Tranche der Fabi-Milliarden geht weiter. Am Donnerstag hat sich das Gotthard-Komitee zu Wort gemeldet. Die Kantone fordern Geld für die Zulaufstrecken der Neat und nicht eine einseitige Sicht auf die Ost-West-Achse.

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Ein Güterzugder SBB im Gebiet Stegstuden bei Ingenbohl. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Ein Güterzugder SBB im Gebiet Stegstuden bei Ingenbohl. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

(sda)

Das Gotthard-Komitee, dem auch alle Zentralschweizer Kantone angehören, warnt vor einem «gravierenden Schienenengpass am Gotthard mit kaum absehbaren Folgen für Bevölkerung und Wirtschaft in den betroffenen Regionen»: Es kritisiert, der Bund räume dringend nötigen Schlüsselprojekten der Nord-Süd-Achse keine Priorität ein, und will mehr Mittel und verbindliche Zusicherungen.

Verdrängungskampf befürchtet

Grund des Unmuts ist die Botschaft Fabi (Finanzierung und Ausbau Bahninfrastruktur). An der Generalversammlung in Basel hätten sich die Gotthard-Kantone befremdet gezeigt, dass Fabi in den ersten Ausbauschritten keine substanziellen Infrastrukturmassnahmen für die Nord-Süd-Achse enthalte, teilte das Komitee am Donnerstag mit.

Es sei wenig sinnvoll, über 20 Milliarden Franken in Gotthard- und Ceneri-Basistunnel zu investieren, ohne in absehbarer Zeit leistungsfähige Zufahrten zu realisieren. Wenn die Neat-Basistunnel 2016 und 2019 eröffnet werden, fehlten im Norden und Süden solche Zufahrten, die dafür sorgen, dass die Verlagerung des Gütertransits nicht den ebenso wichtigen Personen- und Regionalverkehr verdränge.

Konzentration auf West-Ost-Korridor

Die Botschaft Fabi berücksichtige bei den zu realisierenden Infrastrukturen einseitig die Ost-West-Achse, rügt das Komitee. Unter den bis 2030 geplanten Ausbauschritten fehlten substanzielle Massnahmen für die Gotthard-Achse: «Der Bund scheint die Bedürfnisse der Gotthard-Kantone als nicht prioritär zu erachten.»

Dies könne das Komitee nicht akzeptieren. Es fordert National- und Ständerat auf, die Mittel deutlich aufzustocken, damit Planungen ausgelöst und Projekte ausführungsreif vorbereitet werden können. Zumindest erwartet das Komitee aber verbindliche Zusicherungen über den Realisierungshorizont von Infrastrukturen der Nord-Süd-Achse. Das Gotthard-Komitee vereinigt 13 Kantone mit einer Gesamtbevölkerung von rund 3,5 Millionen Menschen.