Zweijahreskindergarten-Angebot wird Pflicht

Der Schwyzer Kantonsrat hat sich am Mittwoch klar gegen die Vereinheitlichung der Sekundarstufe I ausgesprochen. Äusserst knapp befürwortete er das Angebots-Obligatorium für den Zweijahreskindergarten.

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In Schwyz sollen alle Mädchen und Buben zwei Jahre den Kindergarten besuchen können (Symbolbild Neue LZ).

In Schwyz sollen alle Mädchen und Buben zwei Jahre den Kindergarten besuchen können (Symbolbild Neue LZ).

Mit 44 zu 43 Stimmen folgte das Parlament dem Antrag der Regierung, wonach alle Gemeinden einen Zweijahreskindergarten anzubieten haben. Dieses Obligatorium bedeutet allerdings nicht, dass Eltern ihre Kinder zwei Jahre in den Kindergarten schicken müssen. Der Zweijahreskindergarten bleibt freiwillig. Er wird bereits in 23 von 30 Schwyzer Gemeinden geführt und von rund drei Vierteln aller Kinder im Kindergartenalter besucht.

Die Befürworter betonten, dass der Zweijahreskindergarten die Chancengleichheit erhöhe und die Integration von ausländischen Kindern verbessere. Die Gegner argumentierten, dass das Obligatorium die Autonomie der Gemeinden einschränke. Vor allem in kleinen Gemeinden sei es problematisch, einen Zweijahreskindergarten anbieten zu müssen, meinte die SVP-Fraktion, die von einzelnen FDP-Kantonsräten unterstützt wurde. Das äusserst knappe Votum zu Gunsten des Regierungsantrags fiel dank des Stichentscheids der Kantonsratspräsidentin, die der CVP angehört.

Bezirke sollen über Schulmodell entscheiden

Deutlich war der Entscheid bei der Frage, ob für die Sekundarstufe I ein einziges Schulmodell flächendeckend eingeführt werden soll. Mit 51 zu 33 Stimmen sprach sich der Kantonsrat gegen das Modell der kooperativen Sekundarstufe (KOS) aus. Das KOS-Modell ist eine Kombination der herkömmlichen drei Stammklassen mit zwei Niveauklassen in den Fächern Mathematik, Englisch und Französisch. Das KOS-Modell, so die Befürworter, werde den unterschiedlichen Begabungen der Schüler besser gerecht und ermögliche dadurch einen besseren Einstieg ins Berufsleben.

Die Bezirke, die dieses Modell bereits praktizierten, hätten gute Erfahrungen gemacht. Dagegen argumentierten die SVP und die Mehrheit der FDP, dass das KOS-Modell erhebliche Mehrkosten verursache, keinen messbaren pädagogischen Nutzen bringe und die Autonomie der Bezirke tangiere. Das KOS-Modell könne nicht gegen den Widerstand von Bezirken und Basis eingeführt werden, hiess es in der Debatte. Die Revision der Volksschulverordnung hat der Schwyzer Kantonsrat noch nicht verabschiedet. Mit 78 zu 4 Stimmen beschloss er eine zweite Lesung der Vorlage.

sda